Diskussion um neuen Feuerwehr-Wagen

Gar nicht so einfach, ein passendes und preiswertes Fahrzeug zu finden. Das müssen die Oberlungwitzer Entscheider und Einsatzkräfte abermals erfahren. Doch eine Lösung ist nun in Sicht.

Hohenstein-E./Oberlungwitz.

Zwei neue Mannschaftstransporter (MTW) hat die Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal diese Woche in Dienst gestellt. Die Ortswehr Hohenstein-Ernstthal bekommt einen VW für rund 60.000 Euro, die Kameraden in Wüstenbrand können sich über eine etwas kleinere Variante von Mercedes freuen, die rund 50.000 Euro gekostet hat. Die Unterschiede bei der Größe und Ausstattung resultieren aus den verschiedenen Anforderungen der Feuerwehren. Für jedes der beiden Autos gab es 23.000 Euro Fördermittel vom Freistaat, damit die beiden rund 20Jahre alten Mannschaftstransporter ersetzt werden können.

Die Freiwillige Feuerwehr Oberlungwitz wartet ebenfalls auf einen neuen MTW, da der aktuell genutzte VW-Bus zwar noch in einem guten Zustand ist, aber schon über 20 Jahre auf dem Buckel hat. In der Stadtratssitzung am Dienstag fiel die Diskussion über die Neuanschaffung intensiver aus als mancher erwartet hatte. Nachdem zwei Runden einer Sammelausschreibung mit anderen Feuerwehren des Landkreises aufgrund von Formfehlern der Anbieter keinen Erfolg brachten, hatte sich die Stadtverwaltung Oberlungwitz wieder allein auf die Suche gemacht und Angebotsaufforderungen an insgesamt 42 Firmen geschickt. Drei wertungsfähige Angebote gingen ein. Das wirtschaftlichste kam von einem Feuerwehrspezialisten aus Baden-Württemberg und liegt bei einem Betrag von knapp 73.000 Euro.


"Die ursprüngliche Summe bei der Sammelausschreibung lag sogar knapp unter dem sechsstelligen Bereich", sagt Bürgermeister Thomas Hetzel (parteilos). Der verhältnismäßig hohe Preis resultiert aus der besonderen Ausstattung des Fahrzeuges entsprechend der Einsatzzwecke bei der Oberlungwitzer Feuerwehr, die beispielsweise auf einen Allradantrieb und eine Innenausstattung mit Tisch Wert legte. Außerdem muss die Beladung mit verschiedenen Ausrüstungsgegenständen für verschiedene Einsätze möglich sein.

Die zwei anderen Angebote waren mit 84.000 und 94.000 Euro deutlich teurer. "Der große Preisunterschied erklärt sich mir nicht", gab Sven Förster aus dem Feuerwehrausschuss, der künftig auch im Stadtrat sitzen wird, zu bedenken. Er mutmaßte, bei dem Grundgestell des Fahrzeuges der Marke VW könnte es sich um eine Tageszulassung oder einen Grauimport handeln, was unter Umständen Auswirkungen auf die Garantie haben könnte. Außerdem wünschten sich die Kameraden im Vergleich zur Ausschreibung einige noch modernere Ausstattungsdetails, zum Beispiel bei der Warnbeleuchtung. "Es erfüllt das Leistungsverzeichnis, ist aber nicht der neueste Stand der Technik", so Förster.

Nach Einschätzung der Stadtverwaltung ist die Gewährleistung vertraglich garantiert. Außerdem könne mit dem Hersteller nach der Auftragsvergabe noch über Details entschieden werden. Einen kleinen Spielraum für Mehrkosten gebe es da laut Bürgermeister Thomas Hetzel auch. "Wir waren uns im Vorfeld in den Ausschüssen eigentlich einig, da hat mich diese Diskussion jetzt schon etwas geärgert", sagte er nach der Ratssitzung. Mit 13 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Kauf schließlich beschlossen. Wehrleiter Nicky Reichel hofft, dass das Fahrzeug im kommenden Jahr zum Feuerwehrjubiläum Anfang Mai in übergeben werden kann.

Die Kameraden in Wüstenbrand haben ihren MTW bereits und weihen ihn am morgigen Samstag beim Feuerwehr- und Kinderfest zum 130. Geburtstag der Ortswehr feierlich ein. Das Fest wird 14.30 Uhr eröffnet. Von 15 bis 18 Uhr gibt es verschiedene Aktionen für Kinder. Die historische Schauübung mit Nachbarfeuerwehren steht 16.30 Uhr auf dem Programm. Abends gibt es ab 20 Uhr die große Party mit der Buster Cooper Gang im Festzelt am Gerätehaus an der Wüstenbrander Schulstraße.

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