DRK-Kreisverband steigt in ambulante Pflege ein

Pflege ist eigentlich eine der Kernkompetenzen des Roten Kreuzes. Mit dem Aufbau einer Sozialstation in Lichtenstein zieht der Verband jetzt nach.

Lichtenstein.

Auf die Lichtensteiner Senioren ist Verlass. Mehr als 30hatten es sich am Freitag schon Minuten vor der offiziellen Eröffnung der DRK-Sozialstation im Hof des Gebäudes Straße des Friedens 14 unter Sonnenschirmen gemütlich gemacht. Bei Kaiserwetter dampften bereits die Roster auf dem Grill, standen Sekt, Bier und Limo für ein kleines Fest bereit.

Das Gebäude der neuen Sozialstation gehört der Wohnungsgenossenschaft. Bis 2018 war es der Verwaltungssitz des Großvermieters. Seit dem Umzug in den Neubau stand das Gebäude leer. Für den DRK-Kreisverband Hohenstein-Ernstthal die Gelegenheit, einen lang gehegten Plan in die Tat umzusetzen. "Pflege ist eigentlich eine Kernkompetenz des Deutschen Roten Kreuzes. Diesen Bereich gab es beim Kreisverband Hohenstein-Ernstthal bisher nicht", so DRK-Geschäftsführer Gerd Gräfe. Geeignete Räume wurden gesucht: "Wir standen deswegen schon länger mit der Wohnungsgenossenschaft in Kontakt." Mit Pflegedienstleiterin Anja Lux, Stellvertreterin Doreen Schubert und Schwester Ines Kamps fand das DRK auch erfahrenes Fachpersonal für den Aufbau eines Pflegesektors. Am 1. August startete das Trio. Auf 140 Quadratmetern findet sich in der Sozialstation alles, was notwendig ist: Büroräume fürs Personal, ein Gemeinschaftsraum für kleinere Veranstaltungen, Toiletten. Alles ist hell und frisch renoviert.


Die Lage der Sozialstation ist ideal, das Gebäude befindet sich mitten im dicht besiedelten Neubaugebiet der Stadt. Von hier aus startet das Pflege-Trio zu seinen ambulanten Touren. Seit dem Start vor 14 Tagen ist das Arbeitspensum für die Frauen erheblich angewachsen. "Der Bedarf an Pflegeleistungen ist enorm. Wir haben jetzt täglich Anfragen und werden das Personal aufstocken müssen", sagt Geschäftsführer Gräfe. Doch Pflegepersonal ist Mangelware. Gräfe selbst arbeitet jedoch als Dozent, bildet Pflegekräfte aus und hat die Connections. "Wir arbeiten zum Beispiel mit der Euroschule in Hohenstein-Ernstthal zusammen und bekommen von dort Praktikanten. Wir erhoffen uns von dieser Zusammenarbeit natürlich den benötigten Fachkräftezuwachs", so Gräfe. Auch was die Klientel anbelangt, gibt es von Beginn an eine Kooperation mit dem DRK-Krankenhaus in Lichtenstein und Hausärzten.

Am Eröffnungstag nutzten einige Besucher auch gleich die Chance für eine Beratung. "Die meisten Leute wissen überhaupt nicht, was ihnen oder ihren Angehörigen im Pflegefall zusteht", sagt Anja Lux. "Einige sind auch hergekommen, um uns einfach nur einmal kennenzulernen. Denn Pflege heißt auch, dass man Vertrauen aufbaut", so Anja Lux. "Wir unterstützen die Betroffenen natürlich auch beim Ausfüllen der Formulare und organisieren die Pflegebegutachtung. Also alles Dinge, die älteren Menschen ohnehin schwerfallen."

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