Fotoklub stellt neue Kalender vor

Im kommenden Jahr sollen sie Wände zieren und die Betrachter erfreuen: die Wandkalender des Vereins Halt aus Hohenstein-Ernstthal. Es geht jedoch um mehr als nur nette Bilder.

Hohenstein-E..

Noch kann man ihn riechen, diesen speziellen Geruch nach Druckerfarbe und Papier. Stolz sitzen die fünf Mitglieder der Fotoklubs "Objektiv" des Sozialvereins Halt zusammen und bewundern ihre neuesten Werke: die beiden Kalender, die nun in den Verkauf gehen.

Jahr für Jahr bringt die Runde Kalender heraus. Schon 2012 startete der Verkauf ihres Debüts "Ernstthal im Wandel der Zeit". Darin verglichen die Foto-Fans historische Aufnahmen mit der Gegenwart. Für das Jahr 2020 gibt es nun zwei unterschiedliche Exemplare: "Plätze und Parks in Hohenstein-Ernstthal" stellt zwölf Orte vor, die einen Besuch wert sind. Neben den Aufnahmen zeigt eine Karte, wo die jeweilige Empfehlung zu finden ist.

Der zweite Titel, "Textil- und Rennsportmuseum", beschäftigt sich mit Exponaten der gleichnamigen Sammlung an der Antonstraße. Die Idee dafür entstand nach einem Besuch der Runde im Museum. René Ilausky (39), Mitglied des Zirkels: "Wir haben so viele tolle Bilder gemacht. Da schlug ich vor, gleich einen Kalender zu produzieren." Gesagt, getan.

"Dabei ist es gar nicht immer einfach, Themen für jedes Jahr zu finden", sagt Martina Wölker (67), Ingenieurin in Rente. Sie ist wie die weiteren vier Mitglieder bereits von Anfang an dabei. Harald Koch (72), Vorstand des Vereins, berichtet: "Die inhaltliche Grundausrichtung der Kalender war jedoch schon früh klar", "Wir wollen die Regionsgeschichte herausarbeiten", erzählt er. Einerseits interessiert das die Käufer, andererseits liegt darin auch der thematische Ursprung der Runde.

Begonnen hat alles nicht etwa mit einem Kalender, sondern der fotografischen Dokumentation eines Abrisses: Es war der Bahnhof von Hohenstein-Ernstthal, der im Jahr 2007 weichen musste. "Es gilt, das festzuhalten, was irgendwann verschwindet", so Harald Koch. So kommt es auch nicht von ungefähr, dass der Januar im "Plätze und Parks"-Kalender den Bahnhofsvorplatz zeigt, also den Ort, wo einst der alte Bahnhof stand. Auch ein anderes Motiv in diesem Kalender spielt eine wichtige Rolle für das Team: Den Monat Oktober schmücken die Altmarkthäuser der Stadt. "Die sind wie lebendige Erinnerungen an früher", schwärmt Martina Wölker. Geht es bei der Arbeit als0 um Kulturerhalt?

"Sicherlich", sagt Ines Schlösser (58) Leiterin der Einrichtung, "aber nicht nur." Es gehe um eine sinnvolle Beschäftigung der Fotografen und darum, etwas dazuzulernen. Die Kalender sorgen auch für ein gutes Image des gesamten Vereins. Die Einrichtung Halt dient als Beratungszentrum für Soziales und hält viele Angebote bereit: Neben der Fotografie ist das der Klöppelzirkel, die Seidenmalerei oder auch ein Handarbeitsnachmittag. "Zudem macht die Fotografie einfach riesig Spaß", ergänzt Schlösser. Die anderen nicken und diskutieren schon über passende Themen für das Jahr 2021.

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