Glocken läuten länger für den Frieden

Europaweit werden am Sonnabend säkulare und kirchliche Glocken gemeinsam erklingen. Viele Gotteshäuser ziehen mit.

Gersdorf.

Eigentlich läuten die Kirchenglocken traditionell, um die Gläubigen zum Gebet ins Gotteshaus zu rufen. Das ist in der Gersdorfer Marienkirche nicht anders. Auch am Samstag wird ab 18 Uhr das obligatorische Läuten zur Andacht zu hören sein. Doch diesmal verstummt das Geläut erst nach 15Minuten. Die Gersdorfer Marienkirche beteiligt sich am europaweiten Friedensgeläut anlässlich des internationalen Friedenstages am 21.September. "Wir wollen damit ein Zeichen setzen für friedliches Miteinander" sagt Barbara Schmidt, Pfarrerin der Marienkirchgemeinde Gersdorf aus tiefster Überzeugung.

Erstmals war zu dieser Aktion im Europäischen Kulturerbejahr 2018 aufgerufen worden. Säkulare und kirchliche Glocken erklangen anlässlich "100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegen" und "400 Jahre Beginn der Dreißigjährigen Krieges" europaweit, um ein starkes Signal für den Frieden zu setzen. In Deutschland rufen das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, die Deutsche Unesco-Kommission, das Kulturbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Kulturstiftung der Länder gemeinsam die Besitzer säkularer und kirchlicher Glocken zum Friedensgeläut auf.

Im friedlichen Europa spüren die Menschen, mit Ausnahme der Ukraine, nichts von Krieg. Untersuchungen der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung der Universität Hamburg belegen, dass 2018 auf der Welt 24 Kriege und vier bewaffnete Konflikte gegeben hat. Jede dieser Auseinandersetzungen sorgte für Tod, Leid, Schmerzen, Vertreibung, Hunger und Not. Mit zehn Kriegen und bewaffneten Konflikten war der afrikanische Kontinent 2018 die am stärksten betroffene Weltregion vor dem Vorderen und Mittleren Orient sowie Asien. Die meiste europäische Aufmerksamkeit bekam der Krieg in Syrien, vor allem wegen der Flüchtlingswelle.

2018 setzten viele Kirchgemeinde in der Region mit der Aktion ein Zeichen. In den Städten und Gemeinde fiel den Leuten auf, dass die Glocken viel länger läuteten. Das Interesse war geweckt. "Genau das wollen wir damit erreichen, die Leute sollen darüber nachdenken. Wir haben uns im Vorjahr an der Aktion beteiligt und werden uns auch diesmal nicht ausschließen", sagt Volkmar Teske, Stellvertretender Kirchenvorstand der St.-Martins-Kirchgemeinde in Oberlungwitz. Auch St.- Christophori in Hohenstein-Ernstthal zieht mit. In der St.-Katharinen-Kirche Callenberg verzichtet man diesmal auf das lange Läuten. Im Gotteshaus läuft zur selben Zeit gerade ein Orgelkonzert. Auch in der Lichtensteiner Laurentiuskirche steht zum selben Zeitpunkt ein Konzert an. Dort belässt man es beim obligatorischen Geläut zur Andacht, ebenfalls bei St. Trinitatis.

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