Große Bäume leiden zunehmend

Der Baumschutz ist zuletzt durch strengere sachsenweite Regelungen in den Fokus geraten. Kai Friedrich setzt sich vor Ort für die Schattenspender ein.

Gersdorf.

Der Gersdorfer Gemeinderat Kai Friedrich (Bündnis 90/Grüne) hat in seinem Heimatort, aber auch in der Nachbarstadt Oberlungwitz schon mehrfach appelliert, mehr für den Baumschutz zu tun und weniger zu fällen. Ob die vom Freistaat Sachsen angekündigten strengeren Regelungen wirklich etwas bringen, bezweifelt er aber. "In Gersdorf haben wir ja eine Baumschutzsatzung und ihre Umsetzung hat sich meiner Meinung nach verbessert", sagt Friedrich und wünscht sich eher ein Umdenken bei den Menschen als immer neue Regelungen.

In Zeiten, in denen die Bäume durch die Trockenheit immer sichtbarer leiden und zunehmend absterben, müsse ja eigentlich jeder erkennen, dass man sich für Bäume stark machen sollte. Friedrich selbst hat vor einigen Jahren beispielsweise eine Patenschaft für eine große Linde in einer Gartenanlage in Gersdorf übernommen. Die sollte gefällt werden, doch mit dem nötigen Engagement und ein paar Spendern gab es einen Rückschnitt anstelle der Fällung. "Eine Baumkrone einzukürzen ist bei vielen Baumarten möglich und kann sogar sinnvoll sein. Derzeit sieht man ja immer häufiger, dass Bäume die oberen Äste nicht mehr ausreichend versorgen können", erklärt Friedrich. Für das Klima und als Lebensraum für Tiere seien Großbäume immens wichtig.

Der Oberlungwitzer Stadtrat Matthias Beyer (CDU) hat schon mehrfach Baumfällungen hinterfragt. Dass sie hier und da sein müssen, bezweifelt er aber nicht. "Wichtig ist mir, dass bei den Ersatzpflanzungen genauer hingeschaut wird", sagt er. Die sollten auch im Ort und nicht irgendwo außerhalb auf der grünen Wiese erfolgen. Denn Beyer sieht Bäume als Bereicherung des Ortsbildes, die außerdem Schatten spenden und Schallschutz sind. Wenn Leute darüber diskutieren, dass ihnen das Laub fremder Bäume Arbeit macht, kann Beyer nur den Kopf schütteln. "Bäume sind wichtig für uns alle, das sollten mehr Menschen erkennen", sagt er, der regelmäßig einen Straßenbaum gießt.

Nichts von neuen Satzungen hält der Callenberger Bürgermeister Daniel Röthig (CDU). Die Gemeinde hat keine Baumschutzsatzung. "Es gibt da bisher keine Ambitionen von der Verwaltung und den Gemeinderäten. Ich denke, man braucht da Vernunft und keine zusätzliche Bürokratie", sagt Röthig. Viel Grün und Bäume im Ort sind ihm wichtig. Deshalb werden auf Initiative der Gemeindeverwaltung auch dieses Jahr wieder 50 neue Bäume gepflanzt, was freiwillig und in Abstimmung mit den Ortschaftsräten erfolgt.

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