Großprojekt Karl-May-Haus nimmt Fahrt auf

Die letzten Vorbereitungsarbeiten für den Erweiterungsbau an das Haus laufen. Der alte Giebel kommt weg.

Hohenstein-Ernstthal.

Der Schriftzug im Eingangsbereich des Karl-May-Hauses in Hohenstein-Ernstthal ist zurzeit nicht ganz so passend. "Sonnenschein will ich in die Herzen meiner Leser bringen" steht in großen Lettern an der Wand. Aber das Museum ist geschlossen. Dafür ist es jetzt ziemlich staubig hier, Bauarbeiter schlagen Aufbruchhämmer in altes Gestein. Ein Pickhammer dröhnt.

Das größte Bauprojekt in der Stadt, die Errichtung des Depots am Karl-May-Haus, nimmt allmählich Fahrt auf - aber wirklich nur allmählich. "Zurzeit machen wir praktisch nur Handarbeit", sagt Bauarbeiter René Bößneck (43) von der Firma Solidbau aus Glauchau. Das Unternehmen hatte Ende Januar von der Stadt Hohenstein-Ernstthal den Zuschlag für die Ausführung der Erdarbeiten und den Rohbau bekommen. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 415.000 Euro.

Seit Anfang des Monats werkelt René Bößneck mit Frank Eichhorn (53) am Giebel des historischen Karl-May-Hauses, in dem 1842 der berühmte Schriftsteller geboren wurde. Der neue Erweiterungsbau kommt direkt an dieses Gebäude. "Aber erst einmal muss der alte Giebel weg. Das ist wirklich eine Sisyphos-Arbeit", sagt Bauarbeiter Bösneck. Mit einem Aufbruchhammer schlägt er in das Gestein. Manche Steine liegen lose aufeinander, so marode ist der alte Bau. "Zum Glück gab es hier kein Erdbeben. Wer weiß, ob das Haus noch stehen würde", mutmaßt Frank Eichhorn. Der fährt das herausgeschlagene Gestein mit einer Schubkarre in einen sieben Kubikmeter großen Container. Ende des Monats, wenn die beiden Männer mit dieser Arbeit fertig sind, werden vier Container gefüllt sein. Unterdessen wird ein Teil des alten Giebels Stück für Stück durch eine neue Wand ersetzt. Das Karl-May-Haus wird sozusagen zu gewissen Teilen rekonstruiert.

"Danach beginnt eigentlich erst die richtige Arbeit", sagt Ulrich Weber, der Bauamtsleiter der Stadt. Dann werden Fundament und Bodenplatte für den eigentlichen Erweiterungsbau, der hauptsächlich als Depot dienen soll, gelegt. Planmäßig soll der Rohbau noch in diesem Jahr stehen, sodass 2021 die Innenarbeiten beginnen. Im kommenden Jahr soll der Neubau öffnen.


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