Harte Klänge lassen den Berg wackeln

Heute beginnt auf dem Pfaffenberg das 23. Voice of Art. 24 Bands aus den USA, Argentinien, Holland und Deutschland bringen 112 Musiker auf die Bühne.

Hohenstein-Ernstthal.

Ein Männertrio werkelt mit Stützen, Bögen, Schrauben und Traversen. "Das wird die Überdachung für die Bar", sagt Rico Schulze. Auch seine Helfer Norman Heising und Marcel Roscher wissen genau, wohin sie zu greifen haben. Seit Jahren mischen sie beim Auf- und Abbau fürs Festival "Voice of Art" auf dem Pfaffenberg mit, gehören zu den 38 Vereinsmitgliedern. Sie haben extra Urlaub genommen.

"Das machen die meisten", sagt Vereinschef Karsten Böhm, den alle nur unter seinem Spitznamen "Bö" kennen. Ebenso wie Rico Schulze ist Böhm von Anfang an dabei. Für beide ist es die 23. Auflage des Voice of Art. "Bei uns helfen schon mehrere Generationen mit, es ist ein familiäres Festival", sagt der 46-Jährige. Doch das hat es in sich, auch musikalisch. "Wer Schlager oder Rockmusik erwartet, ist bei uns eher fehl am Platze." Da gibt es eher die harten Klänge, Funk, Grunge, Death Metal. Trotzdem geht es bei lauten Klängen, Bier, Stimmung und guten Gesprächen familiär zu.


"Wir haben eine Open-Air-Bühne, eine Zeltbühne und ein Zelt, in dem mehr so Electro läuft", sagt Böhm. An zwei Tagen wird beim Voice of Art ein Riesenprogramm abgespult. 24 Bands mit insgesamt 112 Musikern sind zu erleben. Diesmal stehen auch viele Frauen auf der Bühne. Die Bands kommen aus Argentinien, den USA, Holland und Deutschland. Den Startschuss gibt heute 21 Uhr auf der Open-Air-Bühne mit Diva Heaven eine reine Frauenband. Für die Band Destiny Day, die im Hohenstein-Ernstthaler Jugendhaus "Off iss" probt, wird der Auftritt am Sonnabend, 16.45 Uhr auf der Hauptbühne quasi ein Heimspiel. Die Location für das Festival ist ideal. "Wir haben hier fast 800 Sitzplätze an der Freilichtbühne", sagt Karsten Böhm, der mit seiner Truppe auf annehmbares Wetter hofft. "Uns ist auch schon mal bei Sturm die Bühne um die Ohren geflogen, da mussten wir das Festival abbrechen. Mit dem Wetter hatte der Verein nicht nur einmal Pech. Inzwischen steuert die eingeschworene Truppe auf das 25. Festival zu. "Das wollen wir noch schaffen", sagt der Vereinschef. Einfacher wird es nicht. Im Moment liegen die Macher mit den Kosten bei netto 22.000 Euro fürs Festival. "Natürlich machen wir mit Bier Umsatz und kassieren Eintritt. Aber ohne die Zuschüsse vom Kulturraum und die Unterstützung der Stadt würde es nicht funktionieren", sagt Böhm, der auf zuverlässige Mitstreiter und viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder bauen kann.

Sorgen macht ihm nur der Nachwuchs. "Wir kommen in die Jahre." Die Mitglieder zählen zwischen 19 und 60 Lenze. Rund 25 Leute sind von Anfang an dabei. Was die Mitstreiter bei der Stange hält? Die gute Stimmung im Verein. "Schon an den Aufbau-Abenden sitzen wir zusammen, feiern, haben Spaß." Dafür kommt ein Vereinsmitglied sogar aus Basel (Schweiz) her: Lars Günther, bekannt als DJ Bambie.

Eintrittskarten fürs Festival Voice of Art: Freitag 15 Euro, Samstag 18 Euro, das Wochenend-Ticket kostet 29 Euro.

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