Hohe Wahlbeteiligung trotz Corona-Krise

Nach seinem Wahlsieg tritt Callenbergs Bürgermeister Daniel Röthig (CDU) seine zweite komplette Amtszeit an. Die beginnt gleich mit einem geschlossenen Rathaus und einem wachen Herausforderer.

Callenberg.

Daniel Röthig (CDU) bleibt für die nächsten sieben Jahre Bürgermeister der Gemeinde Callenberg. "Ich war überglücklich. Ich mache diesen Job ja wirklich gern. Der erste Gratulant war mein Partner Matthias, der zweite meine Mutter", erinnert sich Röthig an die ersten Momente nach der offiziellen Verkündung des Wahlergebnisses.

Als am Sonntag gegen 18 Uhr die Wahllokale in den Ortsteilen schlossen, wurde es spannend. Fast zwei Stunden dauerte es, bis alles ausgezählt und die Protokolle geschrieben waren. Dann stand fest: 1900 Wahlberechtigte hatten für den Amtsinhaber eine gültige Stimme abgegeben. "Das sind 85,8 Prozent. So klar hatte ich es wirklich nicht erwartet. Aber es zeigt mir, dass ich in meiner Amtszeit soviel nicht falsch gemacht haben kann", so Röthig.

Von den 4064 Callenberger Wahlberechtigten haben 2214 eine gültige Stimme abgegeben. Das sind 54,5 Prozent. "Angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus halte ich die Wahlbeteiligung für geradezu phänomenal", so Röthig. Die Bürgermeister-Wahl von 2013 verbuchte eine Wahlbeteiligung von 56,3 Prozent. Damals unter normalen Umständen ohne die Virus-Gefahr im Hinterkopf.

Als Vorsichtsmaßnahmen waren diesmal in den Wahllokalen die Hygienestandards deutlich angehoben worden. Es wurde immer wieder desinfiziert. Manche Wähler brachten sicherheitshalber sogar ihren eigenen Kugelschreiber mit. "Das lief alles ohne Komplikationen ab", so Röthig. Bereits Wochen vor der Wahl hatte es zahlreiche Anträge auf Briefwahl gegeben. Da war Corona noch weit weg. Scheinbar wollten Bürger ihren freien Sonntag nicht für die Wahl opfern. Am Ende hielt sich die Briefwahl mit 282 in Grenzen.

Herausforderer Peter Reichel (Die Linke) musste sich am Sonntag mit der Niederlage und 314 Stimmen abfinden. Vor sieben Jahren wollten auch nur 271 Callenberger den heute 50-Jährigen auf dem Amtssessel sehen. Im Reigen der drei Bewerber reichten damals die Stimmen im ersten Wahlgang aber nicht für den Einzug in die Stichwahl.

Reichel zeigte sich von seinem Abschneiden bei der aktuellen Wahl eher frustriert: "Die Callenberger hatten die Wahl und haben entschieden. Immerhin 314 Bürger meinten, dass ich der bessere Bürgermeister sei. Aber offenbar habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, die Bürger nicht erreicht", so Reichel. Er will sich nun trotz allem wieder in die Arbeit als Gemeinderat stürzen. Und dort wie schon immer "ganz genau hinsehen". Besonders, was die Versprechen anbelangt. "Das geht schon mit dem Haushalt los. Der sollte eigentlich Anfang des Jahres vorliegen. Wenn das Rathaus nun wegen der Corona-Krise zu ist, fällt ja offenbar die April-Sitzung auch aus. Das heißt, wir haben mindestens bis Mai keinen bestätigten Haushalt und sind damit finanziell nicht handlungsfähig." Reichel bleibt auch beim Thema Schuldenabbau skeptisch. "Wir wollen bis 2024 schuldenfrei sein als Kommune, aber eine ganze Menge bauen. Ich bin gespannt, wie das geht." Für den Posten kandidieren will Reichel nicht noch einmal. "Beim nächsten Mal wäre ich dann immerhin 57."

Im Zusammenhang mit der Bürgermeister-Wahl stand für die Wähler des Ortsteils Langenberg eine Ergänzungswahl an. Der Ortschaftsrat um Ortsvorsteher Carol Sonntag war noch zu komplettieren. Zur Wahl bekamen Robert Romanowski, Benjamin Irmscher und Dirk Müller die notwendige Stimmenanzahl für den Einzug in den Ortschaftsrat.

Für Daniel Röthig ist die Wahl nun abgehakt. Er will unter den aktuellen Umständen die Normalität im Rathausbetrieb absichern. "Wir sind mit voller Besatzung am Arbeiten und für die Bürger telefonisch auf jeden Fall erreichbar."


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