Hohenstein-Ernstthal versinkt im Schnee

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Überall in den Altkreisen Glauchau und Hohenstein-Ernstthal gab es in der Nacht zum Montag kräftigen Schneefall. Die Mitarbeiter der Winterdienste waren im Dauereinsatz. Auch andere griffen zur Schneefräse.

Hohenstein-Ernstthal.

Wir haben Winter. Da schneit es, das ist ganz normal. Und trotzdem haut es uns jedes Mal wieder ganz gehörig aus der Bahn.

"Viele Autofahrerinnen und Autofahrer wurden in der Nacht von Sonntagabend auf Montagvormittag von starken Schneefällen überwältigt", schrieb die Polizei am Montag etwas dramatisch in ihre Pressemitteilung. Örtlich fielen bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. Trotz Dauereinsatzes der Winterdienste hätten die Schneemassen nicht zeitnah geräumt werden können, so die Polizei. Zu größeren Unfällen auf dem Gebiet des Altkreises kam es glücklicherweise nicht. An der Autobahnanschlussstelle A 4 bei Hohenstein-Ernstthal musste das Technische Hilfswerk stecken gebliebene Brummis den Berg hochziehen.

In Hohenstein-Ernstthal lagen gegen 5 Uhr am Morgen etwa 20 Zentimeter Neuschnee. Der Winterdienst war bereits eine Stunde vorher ausgerückt. Die Mitarbeiter beräumten auch die öffentlichen Parkplätze, um eine komplizierte Verkehrslage zu verhindern. Laut Enrico Dietz, Mitarbeiter im städtischen Bauhof, hatte sich die Lage bis 10 Uhr normalisiert. "Bis 12 Uhr hatten wir dann alles im Griff", sagte er. Insgesamt waren im städtischen Bauhof 14 Mitarbeiter im Einsatz. Auch viele Bürger mussten ihre Autos freischaufeln, zu Schippe oder Schneefräse greifen. So war Thomas Jekel, der Gärtner des Ernstthaler Friedhofes, schon am frühen Morgen mit der Schneefräse unterwegs. Gegen Mittag waren die Wege für die Besucher des Friedhofes wieder frei.

In Lichtenstein natürlich ein ähnliches Bild wie in Hohenstein-Ernstthal. Für vier Mitarbeiter des Lichtensteiner Bauhofs startete die Schneeschicht allerdings bereits am Sonntag um 21.30 Uhr. "Das war eine gute Entscheidung, so früh anzufangen", sagt Chef Stefan Hoffmann, der selber die ganze Nacht unterwegs gewesen ist. "Ansonsten wären wir der Lage vielleicht nicht Herr geworden." Bis zum Schichtwechsel am Montagmittag habe man so zumindest die Hauptverkehrsstraßen gut beräumen können. Von den fünf Fahrzeugen im Einsatz lobt Hoffmann besonders einen neuen Unimog, den die Stadt sich erst im vergangenen Jahr angeschafft hatte. "Der ist wendig, robust und hatte bislang noch keine Ausfälle." Dies sei auch bei neuen Fahrzeugen keine Selbstverständlichkeit, so der Bauhofleiter, vor allem wenn diese wie am Montag an der Belastungsgrenze operieren. Neben den fünf Fahrern der Räumfahrzeuge sind pro Schicht zwei Mitarbeiter mit Schneeschippen unterwegs.

In der Gemeinde Callenberg starteten bereits zwischen 3 und 4 Uhr die ersten Bauhofmitarbeiter in den Winterdienst. Ein Unimog und drei Multicars befreiten die Ortsstraßen von den Schneemassen. Insgesamt acht Mitarbeiter kämpften mit der weißen Pracht. Zum Teil ging es mit dem Pkw von Ortsteil zu Ortsteil, um in Handarbeit mit der Schippe vor allem die Fußwege entlang der gemeindeeigenen Grundstücke sowie die Bushaltestellen begehbar zu machen. Fast überall waren 30 Zentimeter Schneedecke zu beräumen. Nach dem Mittag befand sich die Mannschaft im zweiten Umlauf.

Die Straßenmeistereien des Landkreises waren seit Sonntagnachmittag bis Montagabend in mehreren Schichten durchgehend im Einsatz. Nach Angaben des Landratsamtes musste keine Straße gesperrt werden. Zu Behinderungen kam es nur vereinzelt wegen Schneeverwehungen oder liegen gebliebener Lastwagen.

Die Regionalexpresse auf der Strecke von Dresden nach Hof (RE 3) sowie die Regionalbahnen zwischen Dresden und Zwickau (RB 30) - beide Linien halten in Hohenstein-Ernstthal - verkehrten am Montagmorgen mit Verspätung, wie die Mitteldeutsche Regiobahn mitteilte. Noch schwerer erwischte es den Regionalverkehr Westsachsen (RVW). Das Busunternehmen stellte den Betrieb am Montagmorgen vollständig ein, weil viele Landstraßen noch nicht beräumt waren. Ab dem Mittag waren die RVW-Busse auf einigen Linien wieder unterwegs, berichtete Geschäftsführer André Jalowy. Eine Prognose, ob der Fahrplan an den kommenden Tagen wieder eingehalten werden kann, wollte er mit Blick auf die Wetteraussichten nicht treffen - es werden starker Frost und weitere Schneefälle vorhergesagt.

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22 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    5
    MarioGrimm
    09.02.2021

    Tja ,Lichtenstein hat halt keinen Lars Kluge !!

  • 5
    4
    Ha24Lu01
    09.02.2021

    So wunderbar war in Lichtenstein der Winterdienst nicht. Gegen 16.00 Uhr am Montag Nachmittag war an der Kreuzung Post, Zwickauer Straße erheblicher Schneemulm zu verzeichnen. Die Autofahrer hatten zu tun, ihre Autos entsprechend zu lenken. Ein Zustand, de immer wieder im Winter an gleicher Stelle auftritt. Hier muss der Winterdienst was tun, um Unfälle zu vermeiden. Also Schnee beräumen bitte auch am Nachmittag.