Klar Position beziehen

Mit eindrücklichen Werken zeigt Ines Falcke aus Plauen, dass man als Künstlerin auch politisch sein kann.

Hohenstein-Ernstthal.

Kunstwerke sind oftmals vielschichtig, zum einen thematisch, aber auch mit Blick auf die Entstehung. Das zeigen auch die Arbeiten, die Ines Falcke aus Plauen in der neuen Ausstellung "Zusammen eins" im Hohenstein-Ernstthaler Rathaus zeigt. Mal werden Drucke mit Malerei kombiniert, in anderen Bilder wurden auch Fotos eingearbeitet, was mit der Technik des Potchens erfolgte. "Die Entstehung eines Bildes ist immer ein Prozess", sagt die 54-Jährige. Genauso ist es auch ein manchmal langer Prozess, das Bild und seine verschiedenen Inhalte beim Betrachten nach und nach zu verstehen.

Eins der gezeigten Werke heißt beispielsweise Irrwege. Eine schwangere Frau, die Ines Falcke fotografiert hatte, ein großes Gesicht, ein kleine Maske und abstrakte Elemente sind zu sehen. Alles ist dabei irgendwie im Fluss, technisch und sinnbildlich. Die schwangere Frau steht dabei ein Stück weit für die Zukunft, die der Künstlerin durchaus Sorgen bereitet. "Ich habe große Angst, dass die nächste Wahl schlecht für die Demokratie ausgeht", sagt die Vogtländerin, die auch das vor mehr als 20 Jahren entstandene Bild "Die Demokratie als totgeborenes Kind" mit nach Hohenstein-Ernstthal gebracht hat.


Sich klar zu positionieren ist für sie wichtig und sie will auch die junge Generation dazu anregen, sich durch die Kunst beispielsweise mit der Politik zu beschäftigen. Mit jungen Leuten hat Ines Falcke viel zu tun, denn sie arbeitet als Gymnasiallehrerin in Plauen und unterrichtet unter anderem in einem Leistungskurs Kunst. Das künstlerische Handwerkszeug zu vermitteln sei sehr wichtig, aber genauso gehe es auch um die Aussage. Die kann dann bei Schülerarbeiten durchaus frech sein, so wie in einem Wettbewerb, den ihre Schützlinge gewannen. Kreative Politikerköpfe wurden zuvor unter dem Titel "Alle Fratzen sind doch gleich" eingereicht.

Insgesamt 36 Arbeiten von Ines Falcke, die unter dem Künstlernamen "ines j. plauen" arbeitet, werden in der aktuellen Sonderausstellung im Rathaus gezeigt. "Hier gibt es richtig gut Bedingungen", lobt die Künstlerin, die sich auch eine Ausstellung in der Kleinen Galerie hätte vorstellen können. Das Rathaus biete aber die Möglichkeit, größere Formate mit kräftigen Farben zu zeigen, die hier ganz einfach besser zur Geltung kommen. In Hohenstein-Ernstthal war Ines Falcke auch schon unterwegs, nachdem sie am Lessinggymnasium im Kunstunterricht hospitiert hat. Denn die 54-Jährige ist auch Fachberaterin, die künftige Kunsterzieher begleitet. "Kunst ist das wichtigste Fach, es verbindet ja so viel", sagt sie. Egal ob Geschichte, Physik, Biologie oder andere Bereiche, alle spielen eine Rolle. Deshalb sei bei Debatten um Stundenkürzungen auch so intensiv dafür gekämpft worden, dass der Unterricht nicht beschnitten wird.

Service Die Ausstellung wird bis zum 18. Oktober 2019 im Rathaus am Hohenstein-Ernstthaler Altmarkt gezeigt. Sie kann während der Öffnungszeiten von Montag bis Freitag jeweils 9 bis 12 Uhr und donnerstags bis 18 Uhr besichtigt werden.

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