Landtagswahl 2019: Erster Kandidat steht fest

Der Limbacher Jan Hippold wird erneut für die CDU ins Rennen gehen. Die anderen Parteien lassen sich mit der Nominierung mehr Zeit. Bewerber gibt es aber schon.

Limbach-Oberfrohna.

Bis zur nächsten Landtagswahl ist viel Zeit - könnte man meinen. Denn bis zum Termin am 1. September 2019 vergeht noch fast ein Jahr. Doch einige Parteien bereiten sich schon intensiv auf die Wahl vor. Der erste Kandidat für den Wahlkreis Zwickau 5 fest, der die Kommunen Limbach-Oberfrohna, Niederfrohna, Callenberg, Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz und Gersdorf umfasst, steht bereits fest. Die "Freie Presse" gibt einen Überblick über den Fahrplan der Parteien und das Bewerberfeld.

CDU: Die CDU hat Jan Hippold zum Kandidaten gekürt. Der 44-jährige Bauingenieur erhielt bei einer Versammlung der Parteimitglieder aus dem Wahlkreis, die am Dienstagabend in Limbach-Oberfrohna stattfand, 26 von 29 gültigen Stimmen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Hippold, der seit 2009 im Landtag sitzt, will sich wie bisher um die Themen Wirtschaft und Umwelt kümmern. Um Unternehmen gute Bedingungen zu bieten, müsse der Breitband-Ausbau und die Digitalisierung vorangetrieben werden, erklärt der Limbacher. Ein weiteres seiner Ziele sei, zwischen Naturnutzung und -schutz zu vermitteln. So sei es richtig, den Wolf in Sachsen zu schützen. "Aber wir müssen auch die Sorgen der Weidetierhalter ernst nehmen", sagt Hippold. Es müsse möglich sein, verhaltensauffällige Tiere abzuschießen. Der Wahlkampf wird nach Hippolds Einschätzungen wegen der Polarisierung in der Gesellschaft eine größere Herausforderung als bisher. "Ich werde andere Schwerpunkte setzen", kündigt er an. Dazu gehöre, mehr Haustür-Gespräche zu führen und in den sozialen Netzwerken stärker präsent zu sein. 2014 hatte sich Hippold mit 41,9 Prozent der Erststimmen durchgesetzt.

Die Linke: Die Linke plant, ihre Kandidaten für die Landtagswahl in Westsachsen gesammelt im Januar in Glauchau zu wählen. Bislang habe noch kein Bewerber sein Interesse signalisiert, sagt Alexander Weiß vom Kreisvorstand. Dem Chef der Linksfraktion im Hohenstein-Ernstthaler Stadtrat werden selbst Ambitionen nachgesagt. Festlegen will sich Weiß auf Anfrage aber noch nicht. Eine Entscheidung in dieser Frage werde es erst in etwa zwei Monaten geben, kündigt der 25-Jährige an. Vor vier Jahren erzielte Peter Reichel aus Callenberg ein Erststimmen-Ergebnis von 19,4 Prozent.

AfD: Laut Umfragen hat die AfD gute Chancen, die CDU-Dominanz in Sachsen zu brechen und einige Wahlkreise zu gewinnen. Ein Datum für die Nominierung ihrer Kandidaten in Westsachsen kann die Partei noch nicht nennen. "Ziel ist, in jedem der fünf Wahlkreise einen Direktkandidaten aufzustellen", betont die Kreisvorsitzende Janin Klatt-Eberle. Der Limbacher Uwe Lindenthal, der sich 2014 zur Wahl stellte und 8,8 Prozent der Erststimmen erhielt, will nach eigenen Angaben nicht noch einmal antreten. Ein anderer Kandidat von damals ist inzwischen zur AfD gewechselt: Der Niederfrohnaer Stefan Frünke war vor vier Jahren noch für die FDP ins Rennen gegangen und erhielt 3,5 Prozent der Erststimmen. Inzwischen ist er Mitglied des AfD-Kreisvorstandes. Die Frage, ob er für seine neue Partei kandidieren möchte, beantwortet Frünke so: "Es steht noch nichts fest."

SPD: Die SPD will ihre Kandidaten für alle westsächsischen Wahlkreise am 2. November in Zwickau nominieren. Die Landtagsabgeordnete Iris Raether-Lordieck macht auf Anfrage deutlich, dass sie erneut antreten will. Die Limbacherin trat 2014 im benachbarten Glauchauer Wahlkreis an, erreichte 10,8 Prozent der Erststimmen und zog über die Landesliste in den Landtag ein. In welchem Wahlkreis sie sich dieses Mal dem Votum der Bevölkerung stellt, ist laut Raether-Lordieck noch unklar. Die 57-Jährige sieht neben Gleichstellung weiterhin Industriepolitik als ihren Schwerpunkt an. Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen müssten gefördert werden - nicht nur finanziell, sondern auch durch Netzwerke und Vermittlung von Wissen. "Die Digitalisierung ist in dieser Hinsicht besonders wichtig", sagt Raether-Lordieck.

Grüne: Die Bündnisgrünen sehen bei der Nominierung eines Kandidaten keinen Anlass zur Eile. Diese soll erst im nächsten Jahr stattfinden, wie der Kreisvorsitzende Thomas Doyé mitteilte. "Wir stehen nicht unter Zeitdruck." Alle wählbaren Parteimitglieder könnten sich bewerben. 2014 war Doyé für die Grünen ins Rennen gegangen und hatte 4,4 Prozent der Erststimmen errungen.

FDP: Wann die FDP ihren Bewerber zur Landtagswahl aufstellt, steht noch nicht fest. Nach Angaben des Kreisvorstandes soll Ende Oktober der weitere Fahrplan festgelegt werden. Seine Bereitschaft zur Kandidatur hat bereits Florian Groß signalisiert. Der 29-Jährige ist Vorsitzender des Ortsverbandes Sachsenring, zu dem die Kommunen rund um Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz gehören. Als ein Ziel nennt der Außendienst-Mitarbeiter einer Krankenversicherung die Förderung der Meisterausbildung und anderer Qualifizierungsangebote im Handwerk. Zudem will sich der Oberlungwitzer für die weitere Legalisierung von Cannabis einsetzen. Die Pflanze dürfe zwar bereits als Medizin eingesetzt werden, doch in dieser Hinsicht gebe es Engpässe. "Wenn Cannabis auch als Genussmittel freigegeben wird, wäre mehr davon auf dem Arzneimittel-Markt vorhanden", erklärt Groß. Außerdem spricht sich der FDP-Politiker für eine stärkere Polizeipräsenz aus, nicht zuletzt in den Grenzregionen zu Tschechien. (mit ael)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...