Max Enderlein stemmt für den Erfolg

Viel Eisen wuchtet der Hohenstein-Ernstthaler als Vorbereitung auf die neue Saison. Dass er fitter ist als viele Rivalen, ist kein Geheimnis mehr.

Hohenstein-Ernstthal.

"Viele im Fahrerlager haben schon mitbekommen, dass ich einer der Fittesten bin", sagt Max Enderlein und hat damit keinesfalls übertrieben. Die Erklärung liefert der 22-jährige Hohenstein-Ernstthaler, der neben dem Seitenwagen-Co-Pilot Uwe Neubert aus St. Egidien im vergangenen Jahr mit dem Gewinn der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in der Klasse Supersport 600 endlich wieder einen Titel in die Region um den Sachsenring geholt hat, gleich mit: "Ich wurde während meiner Zeit im ADAC Sachsen Leistungszentrum von Dirk Reißmann frühzeitig geprägt. Mir wurde bewusst, welche Vorteile man sich auch als Motorradrennfahrer schaffen kann, wenn man fitnesstechnisch auf einem anderen Level ist als seine Gegner. Ich merke das immer wieder gegen Rennende, wenn bei den anderen die Kraft und auch die Konzentration nachlassen und sie zum Beispiel die Bremspunkte und die Linien nicht mehr halten können. Wenn ich dann noch alles unter Kontrolle habe, motiviert mich das immer wieder, mein Training weiter durchzuziehen."

Und dieses Training betreibt Max Enderlein ziemlich intensiv, genau genommen schon fast exzessiv. "Ja, vielleicht ist es etwas mehr, als was man als Motorradrennfahrer machen muss, aber mir macht das ohnehin sehr viel Spaß und wenn ich mir damit einen Vorteil verschaffen kann, warum nicht? Mittlerweile gehört das einfach zu meinem Lifestyle. Manche Fahrerkollegen sagen, dass ich ein bisschen verrückt bin und es übertreibe. Andere haben inzwischen die gleiche Meinung wie ich, mehr zu machen, und ziehen in unserer kleinen Trainingsgruppe gut mit."

Da es sich hierbei um Rennfahrerkollegen handelt und dass Max Enderlein vielleicht eine Art Betriebsgeheimnis preisgeben könnte, sieht er nicht so. "Nein, um meinen Fitnessstand zu erreichen, braucht es viel Zeit, und viele können sich dazu einfach nicht motivieren. In unserer ,Trainingsgruppe Ost" mit den Superbike-Fahrern Julian Puffe aus Schleiz und Toni Finsterbusch aus Leipzig sind wir auf einem ähnlichen Fitnesslevel, dann macht es auch wieder mehr Spaß." Dabei ahmt man seit ein paar Jahren Valentino Rossi und seiner VR46 Academy nach und fährt über Silvester rund zehn Tage nach Spanien auf eine Trainingsranch. Dort wird viel Motorradtraining auf der Rennstrecke, mit Supermoto- oder Motocross-Maschinen gemacht und zudem viel weiterer Sport gemacht.

In heimischen Gefilden beschränkt sich das Training auf die körperliche Ertüchtigung, wobei es Enderlein und seine Kollegen das sogenannte Crossfit besonders angetan hat. Auch bei der Mischung aus vielen Sportarten mit Elementen zum Beispiel aus dem Turnen oder dem Gewichtheben setzt Max Enderlein immer wieder die Akzente. Da sind 100 Liegestütze mit kleinen Pausen innerhalb von zirka fünf Minuten, oder 150 Kniebeugen in ebenfalls kürzester Zeit der weniger anstrengende Teil. Dazu inspiriert wurde er von Christian Fischer, dem Sohn des ehemaligen Sachsenring-Rennarztes Jörg-Uwe Fischer, der in Chemnitz-Grüna ein entsprechendes Studio betreibt.

In diesem Jahr möchte Max Enderlein mit der Startnummer 1 ins Rennen gehen und will diese eigentlich verteidigen. Das gestaltet sich allerdings schwierig, denn nachdem er mit seinem Studium zum Wirtschaftswissenschaftler so gut wie fertig ist und demnächst seinen Bachelortitel bekommt, wird er bei Porsche als Praktikant im Marketing einsteigen. Dabei wird er Kundenevents organisieren, weshalb er wohl nicht alle IDM-Rennen bestreiten kann. "Als Deutscher Meister strebe ich eigentlich den WM-Einstieg an, aber das ist von den Kosten her noch einmal eine andere Hausnummer. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei meinen treuen Sponsoren bedanken und würde mich über weitere natürlich freuen", so noch einmal Max Enderlein.

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