Mit Karottenvariation und Wachtel im Restaurant-Wettstreit

Das Schönburger Palais in Lichtenstein gehört zu den Teilnehmern der diesjährigen "Kochsternstunden". Im Mittelpunkt steht dabei ein spezielles Menü.

Lichtenstein.

Der Gruß aus der Küche, den Christian Weidt im Schönburger Palais in Lichtenstein an den Tisch bringt, ist wohl für so manchen Gast eine Überraschung: Der sogenannte Amuse-Gang besteht aus Wachtel, Wachtel-Ei, Schwarzer Walnuss und Pumpernickel. Der Clou: Das Ganze wird am Tisch unter einer Glocke kurz geräuchert. "Wir verstecken uns nicht, sondern erklären am Tisch dem Gast, was wir wollen", erläutert er.

Das Gericht ist bei ihm Bestandteil des "Kochsternstunden"-Angebots - einem Wettbewerb, bei dem sich Köche in Sachsen mit jeweils einem speziellen Menü um die Gunst ihrer Gäste bewerben. Denn die sind aufgefordert, Küche und Service zu bewerten. Am Ende wird ein Sieger gekürt. Laut Veranstalter zielen die "Kochsternstunden" auch darauf ab, die Gastronomie im Februar und März etwas zu beleben. "Das ist eine Zeit, in der ja eher Flaute herrscht", erklärt Organisator Clemens Lutz.

In Dresden ist der Wettbewerb seit Jahren etabliert, er findet bereits zum elften Mal statt. In diesem Jahr beteiligen sich 53 Restaurants in Dresden, Leipzig sowie der Region Chemnitz daran. Zum ersten Mal gibt es ein "Chemnitz-Spezial" mit fünf Lokalen in und um Chemnitz. Dazu gehört auch das Schönburger Palais. Allerdings: Für Küchenchef Weidt ist der Wettbewerb kein Neuland, er ist mit dem Palais-Team bereits das dritte Mal dabei. Vor zwei Jahren hatte er gar den Titel geholt. Und klar: Er möchte noch mal gewinnen. Dem 34-Jährigen geht es um Ehrgeiz und auch ein "bisschen" Anerkennung, "die brauchen wir einfach". Weidt sieht in der Teilnahme aber auch die Chance, für den Beruf zu werben: "Wir zeigen, was man machen kann. Das hat auch was mit Kunst auf dem Teller zu tun."

Auf dem Menüplan, bei dem der Gast zwischen drei und fünf Gängen wählen kann, steht etwa ein gebeizter Hirschrücken mit Kardamom-Senf-Eis und Zitrusfrüchten, ein Wagyu-Tafelspitz mit Meerrettich und Wurzelgemüse sowie als Dessert eine Karottenvariation. Auch einen Klassiker aus der regulären Karte gibt es, aber neu komponiert: Tom Kha Gai ist eigentlich eine Suppe mit Kokosmilch, Curry und Brühe. Weidt hat sie für das Menü "auseinandergebaut". Hähnchenroulade, Karottengelee, Creme und tourniertes Gemüse liegen auf dem Teller, dann wird die Suppe angegossen.

50 Menüs haben die Lichtensteiner bereits in der ersten Woche verkauft. Von Jahr zu Jahr wachse die Zahl der Stammgäste. Während der "Kochsternstunden" kämen zahlreiche Gäste aus Dresden und Leipzig angereist. Doch auch vor Ort werde das Angebot inzwischen geschätzt. "Dieses Jahr überwiegen die einheimischen Gäste", meint Weidt. Seit knapp drei Jahren gibt es das Palais inzwischen. Ihm zufolge läuft das Geschäft, auch wenn man hier und da noch etwas Überzeugungsarbeit leisten müsse. "Wir kämpfen aber gern um jeden Stammgast."

In der Region Chemnitz nehmen folgende Lokale teil: Restaurant Schwanefeld in Meerane, "Der Feengarten" im Hotel Jagdhaus Waldidyll in Hartenstein, St. Andreas im Hotel Blauer Engel in Aue sowie die Restaurants Heck Art und Max Louis in Chemnitz. Der Wettbewerb läuft noch bis 17. März.

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