Neue Rettungswache: Damit der Notarzt in 12 Minuten da ist

Ärzte und Sanitäter des DRK fahren bald von Pleißa aus zu ihren Einsätzen in Limbach-Oberfrohna und Umgebung. Auch Hohenstein-Ernstthaler und Chemnitzer sollen vom neuen Standort des Depots profitieren.

Pleißa.

Noch sind reichlich zwei Jahre Zeit. Doch dann wird gepackt. Die Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes, die derzeit in der Rettungswache an der Lindenstraße in Limbach-Oberfrohna stationiert sind, ziehen - wenn alles nach Plan läuft - im Frühjahr 2023 um. Denn ab Sommer wird an der Hohensteiner Straße in Pleißa eine neue Rettungswache gebaut. Der Standort soll auf Grund der Nähe zur Autobahn garantieren, dass die Retter bei Notfällen schnell da sind.

"Um bei der Ausrückzeit keine Zeit zu verlieren, ist dem Rettungszweckverband eine gute Wegebeziehung innerhalb der Rettungswache sowie ein direkter Zugang zur Hauptverkehrsstraße wichtig", erklärte Markus Lorenz, der beim Rettungszweckverband Südwestsachsen für die Gebäudeverwaltung verantwortlich ist. Der Standort sei vorab von einem Gutachter mit Blick auf angrenzende Rettungswachen-Standorte sowie der in Sachsen geltenden Hilfsfrist von 12 Minuten ermittelt worden. "Der Versorgungsbereich der Rettungswache ist in erster Linie das Stadtgebiet Limbach-Oberfrohna sowie umliegende Gemeinden in Richtung Niederfrohna, Kaufungen und Callenberg", sagt Lorenz. Innerhalb der Hilfsfrist seien jedoch auch Hohenstein-Ernstthal und angrenzende Bereiche von Chemnitz erreichbar.

Auch für die DRK-Mitarbeiter soll sich im neuen Gebäude einiges verbessern. Der derzeitige Standort an der Lindenstraße soll nach dem Umzug gar nicht mehr genutzt werden. Beim Bau des Gebäudes sei nicht geplant gewesen, es als Rettungswache zu nutzen. Daher entspreche es mittlerweile auch nicht mehr den Anforderungen, die die Einsatzkräfte an ihr Depot haben. Vor allem würde mehr Platz für Sanitär- und Aufenthaltsräume gebraucht, da die Anzahl von Frauen, die in den Wachen arbeitet, laut Markus Lorenz vom Rettungszweckverband steigt. Insgesamt 50 Mitarbeiter sollen künftig in der neuen Wache tätig sein. Die Wache sei durchgängig, also Tag und Nacht sowie an 365 Tage im Jahr besetzt. "Wobei während eines Tagdienstes maximal zwölf Personen gleichzeitig in der Wache sind", so Lorenz.

Auch mehr Lagerräume und größere Fahrzeughallen als bisher würden gebraucht, da in der Wache inzwischen mehr Wagen stehen würden, als noch vor ein paar Jahren. In der Rettungswache werden, wie Markus Lorenz aufzählt, ein Notarzteinsatzfahrzeug, zwei Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen sowie vier Reserverfahrzeuge stationiert. Der Bau der Wache kostet 3 Millionen Euro. Im Sommer soll es losgehen und man gehe davon aus, dass das Gebäude im Frühjahr 2023 zur Nutzung bereit ist.

Insgesamt fünf neue Rettungswachen will der Rettungszweckverband Südwestsachsen im Vogtlandkreis und im Landkreis Zwickau bauen, um die Notfallversorgung zu verbessern. Der Rettungszweckverband kann dafür 17,5 Millionen Euro ausgeben, die von den Krankenkassen zur Verfügung gestellt werden. "Die Rettungswachen im Bestand entsprechen teilweise nicht mehr den aktuellen Anforderungen", erklärt RZV-Geschäftsführer Jens Leistner. Um angesichts steigender Einsatzzahlen und Personalzuwachs die Kapazitätsprobleme in den Griff zu bekommen, will der Verband nicht nur in Pleißa sondern auch andernorts in der Region teils größere Rettungswachen errichten und so für Entlastung sorgen.

27 Rettungswachen umfasst das übergreifende Netz im Vogtlandkreis und im Landkreis Zwickau. 800 Mitarbeiter leisten im RZV-Gebiet mit 541.000 Menschen 169.000 Einsätze pro Jahr. Zum Zweckverband gehören auch Berg- und Wasserretter sowie drei Kriseninterventionsteams und ein Einsatznachsorgeteam. (mit ur)


Fünf neue Rettungswachen

In diesen Orten baut der Rettungszweckverband Südwestsachsen neue Rettungswachen: Adorf, Reichenbach, Wildenfels, Gersdorf und Pleißa.

Der Rettungszweckverband hat seinen Sitz in Plauen im Vogtland. In Zwickau gibt es eine Geschäftsstelle.

In beiden Landkreisen deckt der Verband insgesamt 2361 Quadratkilometer großes Gebiet ab. Dafür stehen 170 Fahrzeuge zur Verfügung.

Hubschrauber hat der Verband nicht. Er gewährleistet ausschließlich sogenannte bodengebundene Rettungsdienste. (fpe)

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