Paracelsus setzt auf Erfahrung

In Zwickau gibt es nun gleich zwei Neurochirurgie-Hauptabteilungen. Der Ex-Platzhirsch sieht das gelassen.

Zwickau.

In Sachen Neurochirurgie ist Zwickau für eine mittelgroße Stadt außergewöhnlich gut aufgestellt: Mit Inkrafttreten des neuen sächsischen Krankenhausplans im September verfügt das städtische Heinrich-Braun-Klinikum (HBK) nun offiziell über eine Hauptabteilung Neurochirurgie - die war bisher im Landkreis ein Alleinstellungsmerkmal der privaten Paracelsusklinik, gelegen am anderen Ende des Stadtteils Marienthal.

Bei Paracelsus sieht man die Konkurrenz, zumindest offiziell, gelassen. Das Unternehmen, so informiert Sprecher Jens Lott, verfügt in Zwickau über eine der besten neurochirurgischen Kliniken in ganz Deutschland. "Der Ruf unserer Ärzte ist hervorragend, die Expertise durch jahrzehntelange Erfahrung ebenfalls.

Unsere Patienten sind sehr zufrieden, was auch deren Einschätzungen auf den größten Klinikbewertungsportalen zeigt." Ob es dem Bedarf entspreche, im Landkreis Zwickau mehrere Kliniken derart aufzustellen, obliege der Einschätzung des Sozialministeriums in Dresden. Denn dieses sei für die Balance der medizinischen Versorgung verantwortlich.

Im Jahr 2017 wurden in der Paracelsusklinik 1150 Menschen auf der Neurochirurgie-Station behandelt. Lott zufolge dürften es auch in diesem Jahr wieder so viele werden. Die Station verfügt über 36 Betten, alle Stellen im Ärztlichen Dienst seien aus- und hinreichend besetzt. Das HBK führt nach eigenen Angaben bereits seit 2011 eine Klinik für Wirbelsäulenchirurgie und Neurotraumatologie.

Die Aufnahme in den Krankenhausplan ermögliche dem Haus nun einen umfassenden personellen, apparativen und räumlichen Ausbau der Klinik. Für die Rettungssanitäter ist somit keine neue Situation entstanden. Sie müssen sich schon länger bei Notfällen zwischen zwei Krankenhäusern in Zwickau entscheiden.

Im Rettungszweckverband gibt es da eine klare Vorgehensweise. Der Patient kommt in die "nächstgelegene geeignete" Klinik, sagt Verbandsgeschäftsführer Jens Leistner. Die Insolvenz der Paracelsus-Klinikkette liegt Lott zufolge deutlich hinter dem Unternehmen.

Dank des neuen Eigentümers, der Schweizer Porterhouse-Gruppe, endete das Verfahren am 1. August. "Wir haben begonnen, Abläufe und Strukturen zu verbessern, hohe Investitionen angeschoben und sind dabei, neue Schwerpunkte zu setzen", so Lott.

In Zwickau war vorgesehen, zehn Stellen zu streichen. Aufgrund von Teilzeitbeschäftigungen und Versetzungen wurden jedoch nur vier volle Stellen abgebaut. 435 Mitarbeiter seien aktuell im gesamten Zwickauer Haus beschäftigt.

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