Parkchaos vor Schule und Kita: Immer Ärger in Wüstenbrand

An der Wüstenbrander Schulstraße gibt's Stress mit Falschparkern. Eltern, Lehrer und Erzieher verstoßen regelmäßig gegen Vorschriften, sagt der Ortsvorsteher. Er ist genervt und appelliert an die Vernunft.

Wüstenbrand.

Dietmar Röder (SPD) ist ratlos. "Man weiß nicht mehr, was man noch sagen soll", sagt der Ortsvorsteher von Wüstenbrand, wenn er das regelmäßige Parkchaos an der Wüstenbrander Schulstraße beschreibt. "Immer wieder appellieren wir an die Vernunft der Leute. Aber es hilft nichts."

Morgens bringen Eltern ihre Kinder in den Hort, die Kita und die Schule - nachmittags holen sie die Kinder wieder ab. So weit, so normal. Doch die Bedingungen an der Wüstenbrander Schulstraße sind schwierig, vor allem im Winter. Dann türmt sich Schnee am Straßenrand, der Platz wird knapp, die Straße eng, Feuerwehrautos und Schulbusse müssen rangieren, die Unfallgefahr steigt. "Es sind beileibe nicht nur die Eltern, mit denen es Probleme gibt", sagt Röder. Es sei nicht in Ordnung, dass Lehrer und Erzieher die Kurzzeitparkplätze blockieren, die für Eltern eingerichtet wurden. "Aber genau das passiert, weil niemand die paar Meter laufen will", sagt Röder. Das zuständige Ordnungsamt der Stadt Hohenstein-Ernstthal kennt die Probleme. Ortsvorsteher Röder hat die Stadt informiert, Bürger taten es ihm gleich. Das Ordnungsamt hat reagiert. Erst vergangene Woche hat es gemeinsam mit der Polizei Kontrollen durchgeführt. "Es wurden Hinweise und Beschwerden an uns herangetragen, dass im Bereich der Wüstenbrander Schulstraße Zufahrten zugeparkt werden und durch falsch parkende Autos der fließende Verkehr behindert wird", teilt Amtsleiter Ulrich Gruner mit. Die Konsequenz: Es gab Verwarnungen.


Eine der verwarnten Mütter ist sauer: "Mir ist bewusst, dass ich rechtlich gesehen nicht im Recht bin. Aber menschlich auf jeden Fall", sagt sie. Sie hat ihren Ärger in Worte gefasst und ein Schreiben beim Ordnungsamt der Stadt vorgelegt. Sie fühlt sich schikaniert, hat wenig Verständnis für die Verwarnungen wegen "minimaler Parkverstöße", sagt sie. Eltern, die ihre kleinen Kinder in die Kita bringen oder von dort holen, hätten oft Zeitnot, weil ihnen die Arbeit im Nacken sitzt. Ortsvorsteher Röder bleibt streng. "Es geht um Rettungswege. Die Stadt hat keine Möglichkeit, große Parkflächen für jeden zu schaffen." Und Alternativen gebe es schon, sie würden nur aus Bequemlichkeit nicht genutzt. Lehrerinnen und Lehrer könnten zum Beispiel an der Charlottenstraße oder am einstigen Volkshaus parken.

Die verwarnte Mutter glaubt nicht, dass Strafen die Probleme lösen. Sie schildert, dass die Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei die Situation verschärft hätten, weil dadurch noch mehr Fahrzeuge an der Wüstenbrander Schulstraße standen. "Sicherheit sieht anders aus", sagt sie und wünscht sich mehr Dialog. Grundschulleiterin Peggy Fuchs kennt den Ärger. Sie erinnert zumindest die Eltern ihrer 99 Grundschüler daran: "Den Kindern kann man zutrauen, sicher zu Fuß den Schulweg zu schaffen." Man müsse das vorher einfach üben.

Würden sich auch Lehrer und Erzieher ein paar Meter Fußweg zumuten, würde sich die Situation entspannen. Kinder wären sicherer unterwegs, Rettungswege frei und Ortsvorsteher Röder entspannter. Dem geht das Thema mittlerweile nämlich gehörig auf die Nerven.

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