Quelle könnte der Ursprung sein

Kreisgeschichte(n) Woher Westsachsens Städte und Dörfer ihre Namen haben. Teil 9: Ebersbrunn

Ebersbrunn.

Mit dem Wappen der Kommune, die 1997 als letzter Ortsteil nach Lichtentanne eingemeindet wurde, geht es schon mal los. Denn es weckt Zweifel. Ist darauf doch kein männliches Hausschwein abgebildet, wie es dem Ort vermeintlich den Namen gibt, sondern ein Keiler - ein männliches WILDschwein. Auf diesem Wege kommt man also nicht weiter, zumal, wie Ortschronist Theo Bachmann sagt, das Wappen erst zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts entstanden ist. In einer recht späten Phase der Geschichte des Ortes also.

Der tritt bereits im selben Jahr in Erscheinung, auf das man heute offiziell auch die Gründung Zwickaus datiert - 1118. Dort ist im Stiftungsbrief des Doms aus der Hand des Bischofs von Naumburg, Dietrich I., als ein Grenzpunkt der Alboldsbrunnen genannt. Auch die slawische Bezeichnung Alboldistudniza - Studniza bezeichnet im Altslawischen eine kalte Quelle - ist aus dieser Zeit bekannt. Und womöglich war auch nur die gemeint. "Es ist nicht verbürgt, dass es damals schon eine Siedlung gab", so Bachmann. Aber die Quelle muss mit einem gewissen Albold in Verbindung gestanden haben. Bachmann vermutet, dass dies ein ritterlicher Grundbesitzer aus der Gegend gewesen ist.

Vertreter der westslawischen Völker der Sorben und Wenden waren die ersten, die im Mittelalter das sumpfige Waldgebiet urbar machten. Zu diesen ersten Einwanderern gesellten sich später Franken und Hessen. Die inzwischen entstandene Siedlung war auch für ihre Fischzucht bekannt.

Fast zu jedem Hof des Waldhufendorfs gehörte ein Teich. Seit 1550 bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft 1850 gehörte Ebersbrunn mit seinen rund 70 Bauerngütern zum Rittergut Neuschönfels - und erfüllte für dieses wichtige infrastrukturelle Aufgaben. So tagte hier die zum Gut gehörige Gerichtsbarkeit, nicht weit entfernt befand sich die Richtstätte mit Galgen.

Mitte des 16. Jahrhunderts im Jahr 1551 wirtschafteten in Ebersbrunn 46 "besessene Mann", wie damals Grundbesitzer genannt wurden, 13 Häusler (Nur-Hauseigentümer ohne Wirtschaftsfläche) und 28 Inwohner (Einmieter ohne Bürgerrechte). Ob das die gesamte Einwohnerschaft des Ortes war, weiß Bachmann nicht zu sagen. In den Jahren seither sowie in der Zeit davor wechselte der Flecken häufig seinen Namen. 1303 ist er als Albolsburn verzeichnet, 1386 Epfelsborn genannt. 1445 Eylfelsborn, 1471 Elbilsbrun, 1529 Elbolsbrun, 1532 Evelsbrun oder Efersbrun, 1551 schon mal Ebersbrunn, 1555 Ebelßbrunne, 1580 Zum Ebelsbrun, 1752 Ebalsbrun und ab 1828 Äbels-/Ebelsbrunn. Seit 10. Dezember 1890 gilt offiziell der Name Ebersbrunn.

Zu dieser Zeit schwelte bereits zwischen den Gemeinden Ebersbrunn, Schönfels und Neumark ein Streit: Der nämlich, welcher ihrer Zuflüsse, der aus Neumark, der aus dem Plexgrund oder eben der aus Ebersbrunn, als wahre Quelle der Pleiße anzusehen sei. Er wurde schließlich auf ministeriellen Beschluss vom 3. Mai 1915 zugunsten der Ebersbrunner Quelle beschieden. Seither ist offiziell: Was in Leipzig in der Weißen Elster sein Ende findet, nimmt in Lichtentannes südlichstem Zipfel seinen Anfang.

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