Radwegekonzept für St. Egidien erleidet schon am Start Plattfuß

Die Planung von Radwegen in der Gemeinde muss warten. Der Vorstoß der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ist im Gemeinderat ausgebremst worden.

St. Egidien.

Das klang schon gut. 20.000 Euro sollte die Gemeinde St. Egidien für das Erstellen eines Radwegekonzeptes im Doppelhaushalt 2020/2021 einstellen. Im Zuge der Haushaltsdebatte unterbreitete die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur jüngsten Gemeinderatssitzung diesen Vorschlag. Mit dem Ausbau des Radwegenetzes könnte nach Auffassung der Fraktion die Kommune an Attraktivität gewinnen, so Fraktionschef Gerhard Sonntag.

Hinsichtlich der fahrradtauglichen Wege müsse im Ort unbedingt etwas passieren. "Wir sind mit radtauglichen Wegen nicht gerade reich gesegnet. Es wird meistens auf den Fußwegen gefahren. Da gibt es einige Stellen, dort muss man schon am Tag aufpassen, dass man nicht vom Fahrrad stürzt. Nachts ist es erst recht lebensgefährlich", sagt Gerhard Sonntag.

Vor allem bei der CDU-Fraktion stieß der Vorschlag auf wenig Gegenliebe. Gemeinderat John Rabe hätte es lieber gesehen, die 20.000 Euro sofort für den Bau oder das Erneuern bestehender Wege auszugeben. Für das Geld nur ein Konzept in der Hand zu haben, reichte ihm nicht. Sonntags Fraktionskollege Mario Schreckenbach sieht das anders: "So ein Konzept ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir für den Bau von Radwegen Fördermittel bekommen. Ohne die können wir es vergessen."

Die Grünen wollten, dass ein Planungsbüro, das sich mit Radwegekonzeptionen auskennt, den Ort komplett untersucht und überplant. Bisher ist St. Egidien radwegetechnisch lediglich aus Richtung Niederlungwitz angebunden. Der Weg war vor Jahren im Zusammenhang mit dem Bau des Flusslehrpfades angelegt worden. Die Route wird gut genutzt, doch in St. Egidien ist eben Schluss. Dass der Ort nur wenige Möglichkeiten hat, Radwege mit der vorgeschriebenen Breite von 2,50 Metern neu anzulegen, wissen auch die Grünen. "Aber wir müssen doch mal wissen, was überhaupt geht, auch hinsichtlich überregionaler Anbindungen, unabhängig davon, ob die Gemeinde die dafür benötigten Flächen kaufen kann oder nicht", argumentierte Sonntag. Es gebe viele interessante Wege, die in einem solchen Konzept untersucht werden müssten. Man hätte dann einen Überblick, was sinnvoll sei und was nicht. Doch auch dieser letzte Versuch, den Rat komplett zu überzeugen, fruchtete nicht. Die Abstimmung endete mit je sechs Ja- und Nein-Stimmen. Ergo: Abgelehnt.

Damit hat St. Egidien offensichtlich längerfristig die Chance auf professionelle Hilfe beim Thema Radwegenetz vertan.

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