Schüler überraschen Wissenschaftler

Zwei Kirchberger Gymnasiasten haben an einem Jugendworkshop am europäischen Kernforschungszentrum Cern teilgenommen. Ein von ihnen vorgeschlagenes Experiment erstaunte die Wissenschaftler.

Kirchberg.

Es dürfte nicht allzu oft vorkommen, dass gestandene Wissenschaftler am europäischen Kernforschungszentrum Cern (Schweiz) ins Grübeln geraten, wenn ihnen Schüler ein Experiment vorschlagen. Genau das ist Maximilian Schwabe und Niklas Leistner, Schüler am Kirchberger Christoph-Graupner-Gymnasium, gelungen. Den beiden Zwölftklässlern gelang die Teilnahme an einem vom Netzwerk "Teilchenwelt" organisierten internationalen Jugendworkshop in dem Forschungszentrum. "Um überhaupt einen Platz im Workshop zu bekommen, musste ein umfangreiches Projekt erarbeitet werden, das im Zusammenhang mit Cern stand. Dazu gehört unter anderem auch der Vorschlag für ein Experiment, das dort durchgeführt werden konnte", sagte Maximilian Schwabe. Für diesen Zweck brüteten die beiden Jugendlichen eine Sache aus, die sprichwörtlich nicht von schlechten Eltern war. Eine zuvor mit Cäsium 137 radioaktiv angereicherte Goldfolie sollte mit Teilchen beschossen werden. In ihren theoretischen Annahmen gingen die beiden Gymnasiasten davon aus, dass das Gold dadurch neutralisiert würde oder möglicherweise sogar ein anderes Element entstehen könnte. "Leider wurde nichts aus der Versuchsdurchführung. Man hat uns - auch in Hinblick auf die Verwendung von radioaktivem Material - darauf verwiesen, dass solche Experimente eher etwas für versierte Wissenschaftler seien, die am Cern arbeiten. Immerhin zeigten die Experten echtes Interesse an unserer Versuchsanordnung. Trotzdem hätten wir natürlich gerne erfahren, ob unsere theoretischen Annahmen in der Praxis funktionieren", so Niklas Leistner.

Auch wenn den beiden am Ende der ganz große Erfolg verwehrt blieb, war der Ausflug in die Schweiz für die beiden Gymnasiasten ein unvergessliches Erlebnis. Maximilian Schwabe: "Die Zeit im Cern war einfach gigantisch. Das muss man mal gesehen haben." Niklas Leistner will Medizin und Chemie studieren, eventuell Biochemie. Er wäre aber sofort mit dabei, wenn es darum ginge, dem Cern erneut einen Besuch abzustatten. Die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht. "Herr Bachmann, unser Schulleiter, möchte für den Leistungskurs Physik der zwölften Jahrgangsstufe eine Reise ans Cern organisieren. Das wäre natürlich eine tolle Sache. Außerdem könnte dort jeder Teilnehmer gleichzeitig auch noch seine Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis stellen", sagte Leistner.

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