Seltene Einblicke und wertvolle Funde

Im Bergbaumuseum im erzgebirgischen Oelsnitz warfen Besucher inmitten der Umbauarbeiten einen Blick hinter die Kulissen.

Oelsnitz/E..

Während etwa 70 Besucher in Lohnschalterhalle und Lampenstube die architektonische Schönheit in den Bauten des Bergbaumuseums angesichts gähnender Leere auf ungewohnte Weise betrachten konnten, waren sie im Lokschuppen wohl einen Moment lang verwirrt: Nach dem Öffnen einer Zwischenwand kann man von hier aus direkt in den Untertagebereich des Museums schauen.

Doch mehr noch: Zu sehen ist auch, wie die Tunnel, die man sonst nur mit Schutzhelm betreten darf, aufgebaut sind. Haustechniker Heiko Vieweger erklärt: "Dieser Raum befindet sich zwischen der einstigen Außenmauer des Museums und den dahinter befindlichen Garagen, und er ist mit Sicherheit lediglich für Museumszwecke geschlossen worden." Ein kleiner Teil der Grubenverbaue musste für die Sanierung des Baukörpers weichen, soll danach aber wieder aufgebaut und sogar erweitert werden. Im Januar wurde mit dem Abbau begonnen. Haustechniker Vieweger: "Wir haben hier insgesamt 350 Tonnen herausgeschafft." Direkt vor Ort musste mit Atemschutz gearbeitet werden: "Das waren hier 30 Jahre Staub."


Trotz Staub und Schmutz ist Heiko Vieweger beim Beräumen bei einem der Steine stutzig geworden, als er auf der Oberfläche in unscheinbares Muster entdeckte: Nach genauer Betrachtung war klar: Es handelt sich um den fossilen Abdrucke eines sogenannten Siegelbaumes, einer Pflanzenfamilie die vor vielen Millionen Jahren in Steinkohle-Sümpfen gewachsen ist. "Ich habe das durch Zufall gesehen, weil wir die größeren Steine beim Aufbau später wieder verwenden wollen."

Während des einstigen Museumsaufbaus von Anfang der 1970er-Jahre bis zur Eröffnung 1986 waren fossile Abdrücke noch so relativ häufig zu finden, dass sie nicht als besonders wertvoll eingestuft wurden. Inzwischen ist das anders. Und so haben die Haustechniker nach diesem Zufallsfund alle Steine noch einmal genau betrachtet. Das Ergebnis: Rund 15 größere, sehr deutliche Abdrücke und über 30 kleinere, unbedeutendere sind gefunden worden. Zu sehen ist darauf Vegetation aus der Zeit der Entstehung der Steinkohle vor Millionen von Jahren, darunter Siegelbäume und Farne.

Auch beim Wiederaufbau des freigelegten Untertagebereiches dürfte nützlich sein, dass jedes Detail des Abbaus akribisch dokumentiert wird. Heiko Vieweger: "Das Problem ist, dass wir keinen mehr fragen können, wie das damals gemacht wurde. Aber gerade das macht für mich auch den Reiz dieser Arbeit aus."

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