Tempo 130 - was sagen Sie dazu?

Im Zuge der Klimaschutzdebatte wird wieder diskutiert, auf Autobahnen ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern einzuführen.

Hohenstein-Ernstthal.

Nach Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) hat sich gestern auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen ein generelles Tempolimit ausgesprochen. "Freie Presse" hat sich in der Region umgehört.

 

Siegfried Otto Hüttengrund (68), Künstler aus Hohenstein-Ernstthal, könnte dem Tempolimit durchaus etwas abgewinnen: "Ich wäre für eine Höchstgeschwindigkeit von 130. Vielleicht liegt es ja am Alter. Früher hätte ich das vielleicht anders gesehen, da ist man ja gern etwas sportlicher unterwegs. Aber wenn man heute mit 140 auf der Autobahn unterwegs ist und dann von einem Auto mit 220 überholt wird, ist es schon manchmal gruselig. Ich bin kein Vielfahrer, aber für meine Ausstellungen fahre ich auch lange Strecken auf der Autobahn, da sieht man manchmal heikle Situationen."

Roswitha Müller (60), Bürgermeisterin der Gemeinde Bernsdorf, ist permanent Tempo 130 auf der Autobahn schon etwas zu langsam. "Aber grundsätzlich Tempo 150, damit könnte ich mich schon anfreunden. Das wäre ein guter Kompromiss", sagt die Kommunalpolitikerin. Das könnte der Umwelt und auch der Sicherheit schon ein paar Pluspunkte bringen, glaubt sie. "Und wenn manche Leute auf unseren Autobahnen 200 bis 250 Sachen drauf haben, dann ist das schon beängstigend", sagt sie. "Da ist das Fahren in Dänemark und Norwegen auf den Autobahnen schon angenehmer."
 

Wolfgang Streubel (67), Ex-Bürgermeister von Gersdorf: "Ich tue mich mit dem Thema schwer, weil ich gern schnell fahre und auf langen Strecken vorwärts kommen will. In Ländern wie der Schweiz oder Norwegen ist das durch die Tempolimits so eine Sache, aber man merkt dort natürlich auch, wie der Verbrauch sinkt. Vermutlich wird es kommen, dann sollte man einen Richtwert finden, der wirklich dem Verkehrsfluss dient. Generell sollte auch die Transportpolitik überdacht werden, damit weniger Lkw unterwegs sind. So viele Lkw wie in Deutschland sehe ich nirgendwo."

 

Steffen Bürger (56) plädiert seit 1985 als Fahrlehrer in Oberlungwitz für sicheres Fahren, ist aber gegen strengere Vorschriften: "Ich halte nichts von einem Tempolimit und finde die jetzige Regelung mit der Richtgeschwindigkeit von 130 gut. Man sollte mit der nötigen Verantwortung selbst entscheiden können. Bei den meisten Unfällen auf Autobahnen ist nicht die Raserei entscheidend. Manchmal sehe ich auf der Autobahn Leute, die sehr schnell überholen, aber die haben meistens auch die entsprechenden Autos und vermutlich Berufe, bei denen ein schnelles Vorwärtskommen wichtig ist."

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