Verein steht in den Startlöchern

Der Kreisverband Zwickau des Kinderschutzbundes hat sich inhaltlich neu aufgestellt - was jetzt noch fehlt, ist ein neuer Vorstand. Den wollen die Mitglieder Ende November wählen.

Zwickau.

Der Kinderschutzbund in Zwickau ist umgezogen. Von der Franz-Mehring-Straße in Pölbitz an die Ecke Osterweihstraße/Leipziger Straße. Näher an der Innenstadt, näher an den Menschen, die Räume sind lichtdurchflutet, alles glänzt neu - und der Umzug des Vereins ist symbolisch.

Denn der Kreisverband musste sich in den vergangenen Monaten inhaltlich neu aufstellen. Eine hauptamtliche Mitarbeiterin, die jahrelang den Verein samt Vorstand zusammengehalten hatte, wurde krank und ging nach drei Jahren der schweren Krankheit in Rente. Mit ihr war nicht nur der Zusammenhalt weg, sondern auch jede Menge Wissen. Wolfgang Steinforth (70), der sich seit rund 15 Jahren ehrenamtlich im Kinderschutzbund engagiert, wollte dem Verein nicht beim Niedergang zusehen. Gemeinsam mit anderen Ehrenamtlern und mit der Hilfe des Landesverbandes schmiedete er einen Plan: Neue hauptamtliche Mitarbeiterinnen sollen den Kinderschutzbund Zwickau wiederbeleben. Katja Lenzendorf (26) und Sandra Becker (27) sind die neuen Gesichter des Vereins. Lenzendorf ist Gesundheits- und Pflegemanagerin, Becker Erziehungswissenschaftlerin und noch in der Ausbildung zur Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche.

Der erste Schritt der Neuen: Sie bauen das fast verwaiste Kinder- und Jugendtelefon sowie das Elterntelefon neu auf. Von den einst 20 Ehrenamtlern, die das Telefon einst betreut hatten, waren zuletzt nur noch zwei übrig geblieben. Im Oktober riefen die beiden Frauen einen Kurs ins Leben, in dem sich Interessierte zum Telefonberater fortbilden können. Elf Menschen aus der Region haben sich bereit erklärt, diese anspruchsvolle Ausbildung zu durchlaufen. "Das ist überwältigend, wir sind sehr glücklich mit dieser Zahl", sagt Becker. "Damit schließen wir an die guten Zeiten des Vereins an, als die Telefondienste ordentlich besetzt waren", sagt Steinforth. Immerhin: Wenn Kinder, Jugendliche oder Eltern mit ihrem Kummer die Hotline des Sorgentelefons wählen, nimmt immer jemand den Hörer ab. Das Projekt ist ein bundesweites, Ehrenamtliche in anderen Regionen springen dann am Apparat für die Zwickauer ein.

Was Steinforth als Mitglied des Vorstandes wichtig ist: Der Kinderschutzbund soll sich wieder am Zwikkifaxx, dem großen Kinderfest am Zwickauer Schwanenteich, beteiligen. "Das ist eigentlich ein Pflichttermin, wo sonst kommen wir so einfach mit unserer Zielgruppe zusammen", sagt er. In den vergangenen beiden Jahren hatte das wegen der Turbulenzen im Verein nicht geklappt. Und den Ehrenamtlichem im Vorstand fehlte der Termin. "Wer sich im Kinderschutzbund engagiert, will in der Regel ja nicht nur Büroarbeit machen, sondern auch mal Kinder zu Gesicht bekommen", sagt Steinforth. Der wichtigste Tag steht dem Kreisverband noch bevor: Am Dienstag, 27. November um 18 Uhr, sollen die Mitglieder einen neuen Vorstand wählen.

Dafür braucht der Verein dringend Nachwuchs, Menschen, die sich in der Vorstandsarbeit engagieren wollen. Steinforth verspricht, jedem mit seiner Erfahrung zur Seite zu stehen. "Sachverstand haben wir mit den beiden Hauptamtlichen da. Der Landesverband unterstützt uns, unsere neue Geschäftsstelle ist top in Schuss", sagt er. Verein schlüsselfertig zu übergeben also.

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