Volkswagen will weiter wachsen

Der Autohersteller braucht mehr Platz. Daher soll das Werksgelände um 22 Hektar vergrößert werden. Die Glauchauer Straße muss dafür vermutlich weichen.

Mosel.

Das Volkswagenwerk im Zwickauer Ortsteil Mosel stößt, was die zur Verfügung stehende Fläche angeht, an seine Grenzen. "Wir sind in den letzten 28 Jahren stetig gewachsen und inzwischen fast bis an den Rand ausgefüllt", sagte VW-Sprecher Gunter Sandmann zur Auslastung des aktuell 180 Hektar großen Areals. Vor allem mit Blick auf die geplante Umstellung auf die Produktion von Elektroautos braucht der Autokonzern in den kommenden zehn bis 15 Jahren Optionen für Erweiterungen. Dafür soll der Zwickauer Stadtrat am 20. September mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes die Voraussetzungen schaffen. Eine Zustimmung der Räte gilt als sicher.

Gemeint ist ein etwa 22 Hektar großes Areal, das sich an der Westseite des Werkes zwischen der Bundesstraße 175 und den Bahngleisen befindet. Der Großteil der nierenförmigen Grundfläche gehört dem Unternehmen bereits. Der Rest soll von der Bundesstraßenverwaltung, dem Landkreis und der Deutschen Bahn gekauft werden. Allerdings ist eine Bebauung nicht von dem seit 1993 bestehenden Baurecht gedeckt. Das soll sich jetzt ändern. "Die Anträge dazu sind gestellt und werden behördlich schrittweise bearbeitet", sagte Sandmann. "Die Flächen- optionen sind notwendig, um die Zukunftsfähigkeit des Standortes nachhaltig zu sichern." Beim Tempo drückte der Pressesprecher allerdings auf die Bremse. "Es wird nicht so sein, dass im kommenden Jahr dort gebaut wird" - zumal bis heute keine konkreten Vorhaben für die Optionsfläche definiert seien. Die Fläche soll mittelfristig für weitere Projekte nutzbar gemacht werden. In der Beschlussvorlage ist unter anderem von einer Logistikfläche sowie Stellplätzen für Pkw und Lkw die Rede. Das wollte bei VW niemand bestätigen. Nur eines steht schon fest: "Zwickau wird zum größten Zentrum für E-Mobilität in Europa entwickelt", sagte Sandmann.

Für Autofahrer bedeutet das den Verlust der Glauchauer Straße, die mitten über das Plangebiet führt und möglichen Bauplänen im Weg stehen würde. Die Kreisstraße soll daher verschwinden. Die Bundesstraßen 93 und 175 bieten alternative Verkehrsführungen, heißt es in der Beschlussvorlage. Über die Einziehung der Straße muss allerdings die Landesdirektion entscheiden.

Wann der Bebauungsplan rechtskräftig wird, vermag derzeit noch niemand zu sagen. Unter anderem müssen dazu ein Umweltbericht, Informationen über geschützte Pflanzen und Tiere und eine Lärmimmissionsprognose vorliegen. Im Bedarfsfalle müssen auch Ausweichflächen geschaffen werden.

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