Von der Modellbahn auf die echte Lok

Einige H-Null-Schienen und eine Lok als Geschenk zu Weihnachten im Alter von drei Jahren - inzwischen ist der Lichtensteiner 15 Jahre alt und hat einen Lehrvertrag bei der Deutschen Bahn AG unterschrieben.

Lichtenstein.

In der Regel werden Söhne von den Vätern an ihr Hobby herangeführt. Bei Thomas Röder und Sohn Marc Justin war es genau umgekehrt. Hier hat der Sohn den Vater angefüttert. Inzwischen steht fest, dass Marc Justin über sein Hobby seinen Traumberuf gefunden hat. Der Zehntklässler der Heinrich-von-Kleist-Oberschule hat einen Lehrvertrag zum Lokführer bei der Deutschen Bahn unterschrieben.

Schienenfahrzeuge begeisterten den Jungen von Kindheit an. "Er hat mit drei Jahren eine Spur-TT-Lok und ein paar Schienen zum Zusammenstecken bekommen. Damit ist er sehr behutsam umgegangen, damit ja nichts kaputt geht. Da stand für mich fest, das wird sein Hobby", erinnert sich Thomas Röder. Inzwischen ist es einige Jahre her, dass der heute 49-Jährige mit seinem Sohn erstmals in der Miniwelt anrückte. Nach einem Besuch beim Gartenbahntreffen im Alter von acht Jahren gab es für den modellbahnverrückten Marc Justin dann kein Halten mehr. Eine Gartenbahnlok "Taurus" musste her. Die ließen die beiden dann auf dem Gleissystem der Miniwelt fahren.

Das reichte dem Jungen noch nicht, er wollte unbedingt beim Modellbahnclub 3/22 mitmischen. Doch das Mindestalter betrug 14Jahre, also musste der Vater ersatzweise die Mitgliedschaft beantragen. Das war der Start zur eigenen Gartenbahnanlage in den Räumen des Vereins. "Ich wollte ja nicht nur herumstehen und zugucken." Inzwischen rollen auf rund 25 Quadratmeter Fläche drei Zugmodelle im Maßstab 1:18,5. Seit der Club vor fünf Jahren in die alte Färberei im Grünthal umgezogen ist, hat er einige Tausend Euro investiert. Da schleppt eine Diesellok der Baureihe 298 schwer an einem Zug, der 22 Luxusautos der Marken Porsche, Bugatti, Ferrari, Lamborghini und Oldtimer transportiert. "Stückpreis 20 Euro, das läppert sich", sagt Thomas Röder. Für eine robuste Lok blättert man gut 1000Euro hin. Eine Windmühle bringt zusätzlich Bewegung in das Gesamtbild. Auch der Feuerwehreinsatz an einem brennenden Haus, das eindrucksvoll raucht. Ein Sägewerk, ein Kohlenhandel, eine Tankstelle oder ein Brunnen, der auf Knopfdruck Wasser spendet - die Details machen den Reiz der Anlage aus. 25 Gebäude zieren das Modellgelände. "Fertig wird so eine Anlage nie. Ich muss unbedingt noch an der Hintergrundgestaltung arbeiten", sagt Thomas Röder. Aber dafür hat er schon Ideen und einen professionellen Airbrusher an der Hand.

Auch Marc Justin hat schon viel Taschengeld investiert. Er arbeitet unterdessen mit zwei Freunden gleich gegenüber am Neuaufbau einer TT-Anlage. Bisher liegen nur die Gleise. Das soll sich bald ändern. Wenn er dann in Schkeuditz seine Lokführer-Lehre beginnt, wird die Zeit zwar etwas knapper. Vom Hobby will er dennoch keinesfalls die Finger lassen.

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