Vorm Baggern steht die Granatensuche

Der Stützmauerbau in St. Egidien hat begonnen. Doch zunächst muss der Bautrupp die Kampfmittelsondierung abwarten.

St. Egidien.

Auf der Straßenbaustelle auf der Lungwitzer Straße in St. Egidien sind am Freitag die Motoren der Baumaschinen still geblieben. Das hat einen Grund. "Wir können erst mit den Arbeiten fortfahren, wenn die Kampfmittelsondierung durch ist", sagt Polier Detlef Uhlmann von der Firma Bergbau und Tiefbau Oelsnitz.

Am Montag rücken die Experten an, um zu prüfen, ob noch etwas im Boden ist, was gefährlich werden könnte. "Das ist nichts Ungewöhnliches", sagt Uhlmann. Er erinnert sich an eine Brückenbaustelle in Leipzig, wo seine Mannschaft nur in Gegenwart des Kampfmittelbeseitigungsdienstes baggern durfte, weil viele Granaten und eine Fliegerbombe gefunden worden waren. Das ist in St. Egidien nicht zu erwarten. "Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste", sagt er.


Seine Mannschaft baut auf der Lungwitzer Straße im Bereich der Grundstücke 111 und 115 auf 140Metern Länge eine Stützmauer. Auftraggeber der Maßnahme an der Staatsstraße 252 ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. In dem Baubereich hatte sich die Straße stark gesetzt. "Sie ist zum Lungwitzbach hin weggesackt", sagt Polier Detlef Uhlmann, der auf der Baustelle die Fäden in der Hand hält. Das Straßenbauamt will jetzt Nägel mit Köpfen machen und mit einer Stützwand eine dauerhafte Lösung schaffen. Rund 600.000 Euro investiert der Freistaat in die Stabilisierung der Straße.

Bisher wurde erst einmal der Asphalt 1,50 Meter breit abgesägt und weggebaggert. Auf dem Streifen entsteht die Stützmauer. Sie wird von 8,50 Meter langen Betonpfählen gehalten. Dafür beginnen in 14 Tagen die Bohrungen. Insgesamt setzt der Bohrtrupp 112 Pfähle mit je 120 Millimeter Durchmesser. Eine Bohrung wird senkrecht in den Boden getrieben, die andere schräg zum Bach hin. Im Zusammenspiel stützen sie wie eine Dreieckskonstruktion die künftige Mauer. In dieser werden rund 170 Kubikmeter Beton verarbeitet. Die Mauer erhält am Ende ein feuerverzinktes Geländer mit Farbanstrich. Das Bachprofil wird durch die Arbeiten nicht verändert, auch die Straßenbreite bleibt wie gehabt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im Oktober enden, wenn das Wetter mitspielt.

Dass sämtliche Arbeiten bei Straßenvollsperrung ablaufen, ist gesetzlich vorgeschrieben. "Nur die Bewohner der beiden betroffenen Grundstücke haben das Recht, durch die Baustelle zu fahren. Aber es ist unglaublich, wie viele Autofahrer die Vollsperrscheiben einfach ignorieren und versuchen, die Umleitung zu vermeiden. Ich frage mich manchmal, was da in den Köpfen vorgeht. Das kann richtig gefährlich werden", sagt Polier Uhlmann. Er appelliert deshalb noch einmal an die Verkehrsteilnehmer, die Schilder zu respektieren.

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