Windpark wächst trotz Gegenwind aus der Gemeinde

Zwischen Bernsdorf und Gersdorf entsteht derzeit die elfte Windkraftanlage. 23 sollen es perspektivisch werden. Im Gemeinderat Bernsdorf regt sich aber zunehmend Widerstand.

Bernsdorf.

Der Windpark Bernsdorf/Gersdorf, in dem bereits zehn Windenergieanlagen in Betrieb sind, wächst. Derzeit baut die Firma Sabowind aus Freiberg eine neue Windkraftanlage. Die Nabenhöhe der Anlage beträgt 138 Meter, inklusive Rotor reckt sich die Anlage 184 Meter in den Himmel. Das Aggregat vom Typ Enercon E-92 weist eine Leistung von 2,35 Megawatt auf und könnte theoretisch 1300 Haushalte mit Strom versorgen.

Gebaut wird die Anlage allerdings gegen den Willen des Bernsdorfer Gemeinderates. Der hatte dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen versagt. Der Grund: Der neue Windspargel steht ein paar Meter außerhalb des aktuellen Vorranggebietes. Das Landratsamt hatte allerdings den Gemeinderatsbeschluss ausgehebelt. "Die Behörde hat das gemeindliche Einvernehmen ersetzt", klagt Bürgermeisterin Roswitha Müller (FDP) und teilt die Meinung ihrer Gemeinderäte, dass die Demokratie auf diese Weise auf der Strecke bleibt. "Der Gemeinderat vertritt die Interessen der Bürger. Deren Befürchtungen müssen wir ernst nehmen. Darüber muss man auch diskutieren dürfen", sagt die Ortschefin. Die Ängste der Bürger sind berechtigt. "Wir wissen, dass der Windpark im Zuge der Fortschreibung des Regionalplanes Chemnitz-Erzgebirge auf 23 Anlagen erweitert werden soll", ergänzt Roswitha Müller. Wo die allerdings Platz finden sollen, kann sich auch die Bürgermeisterin nicht vorstellen. Eine weitere geplante Windkraftanlage lehnte der Gemeinderat ebenfalls ab. Die will die ortsansässige Firma TEC Tröger Energie Concept bauen.

Bei dieser Anlage stieß den Gemeinderäten nicht der Standort, sondern die Größe auf. Die Gesamthöhe ist in den Planungsunterlagen mit 196 Metern angegeben, die Nabenhöhe soll bei 140 Metern liegen. Die Leistung des Aggregates der Firma Vestas ist mit 3,45 Megawatt vermerkt. Bereits in der Mai-Sitzung hatte die Ortschefin die Entscheidung noch einmal von der Tagesordnung genommen, weil die Zeit zu kurz war, ein aktuelles Schreiben des Planungsverbandes den Gemeinderäten zur Kenntnis zu geben. Der Rat stimmte schließlich gegen das Vorhaben. Jetzt wartet der Gemeinderat auf die Entscheidung des Landratsamts. "In der Verwaltung ist bisher noch nichts eingetroffen", sagt die Bürgermeisterin.

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