Crimmitschauer OB rüffelt Landtagskandidaten

Wahlen 2019 Das Thema Kiesgrube Gablenz ließ zum Wahl- forum die Emotionen im viel zu heißen Theatersaal weiter hochkochen.

Die Kiesgrube Gablenz soll nicht als Deponie nachgenutzt werden, fordern die Anwohner des Ortsteiles.

Für Sie berichtet: Annegret Riedel

Die Kiesgrube Gablenz war Thema beim Landtagswahlforum in der vergangenen Woche im Theater Crimmitschau. Manja Clemen, Sprecherin der Bürgerinitiative Gablenz, hatte sich im Vorfeld der Kandidaten-Runde an die "Freie Presse" gewandt und gebeten, dieses Problem auf der Veranstaltung zu thematisieren. Die Bürgerinitiative will keine Nachnutzung der Kiesgrube als Deponie, weil das eine Minderung der Lebensqualität für Anwohner sowie eine deutliche Entwertung der Region darstelle, sagte Clemen. Die jetzige Kiesgrube soll, wenn es nach den Vorstellungen von privaten Investoren geht, mit Betonresten, Gleisschotter, Mineralwolleabfällen sowie gefährlichen Abfällen wie asbestbelastetem Material verfüllt werden.

Ob die Gablenzer dann mit Unterstützung rechnen könnten, war die Frage, die den einzelnen Kandidaten gestellt wurde. Leon Köhler (FDP) sagte, dass er bereits das Gespräch mit der Bürgerinitiative gesucht habe. "Es ist ein Eingriff in die Landschaft und widerspricht dem Bergbaurecht. Auch wünsche ich mir zu dem Thema mehr Transparenz als bisher." Diesen Wunsch äußerte auch André Oehler (Bündnis 90/Die Grünen). "Eine Deponie bringt viele Nachteile für die Anwohner. Der Arten- und Naturschutz in diesem Gebiet muss unbedingt Beachtung finden. Unter anderem kommt dort die Kreuzkröte vor." Heiko Döhler (Die Linke) wünschte sich ein aussagekräftiges Gutachten für das Vorhaben. Ohne das spreche man ins Blaue hinein. Jan Löffler (CDU) relativierte das Problem. "Es gibt bisher keinen Antrag des Investors auf Nutzung einer Deponie. Es gibt eine Voranfrage zur Umweltverträglichkeit dieses Vorhabens." Sobald ein Antrag vorliege, werde man das natürlich prüfen und Einfluss auf die Gestaltung der Fläche nehmen. Sebastian Lasch (SPD) meinte, dass er Gegner des Floriansprinzips sei, getreu dem Motto: Heiliger Florian, verschone mein Haus, zünde lieber das Dach meines Nachbarn an. "Irgendwo muss das Zeug ja hin."

Der Crimmitschauer Oberbürgermeister André Raphael (CDU), der innerhalb der Diskussion als letzter Sprecher zu Wort kam, reagierte sehr emotional. "Was Sie hier tun, ist Stimmung machen und im Nebel stochern. Der einzige, der sich bisher ernsthaft mit dem Thema befasst hat, ist Herr Löffler." Die Stadt habe die Deponie abgelehnt. Und dass man sich in dieser Angelegenheit nicht transparent verhalte, sei gelinde gesag, eine Frechheit. Raphael forderte die Kandidaten auf, sich sachlich in die weitere Debatte einzubringen.

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