Czarnecki: "Ich kann erhobenen Hauptes durch Werdau gehen"

In wenigen Tagen übergibt der 38-Jährige das Amt an seinen Nachfolger. Wie es beruflich für ihn selbst weitergeht, hat er noch nicht entschieden.

Werdau.

Am 1. August wird Stefan Czarnecki (CDU) die Amtsgeschäfte offiziell an den neuen Oberbürgermeister von Werdau, Sören Kristensen (Unabhängige Liste), übergeben. "Das wird aber nur eine Schlüsselübergabe", sagt der 38-Jährige, der den Langenhessener schon seit dessen Neuwahl vor vier Wochen in die Amtsgeschäfte mit eingebunden hat. "Wir haben bereits mehrere Termine zusammen wahrgenommen. Herr Czarnecki hat mir Mails weitergeleitet. Die Amtsübergabe ist von großer Fairness geprägt", bestätigt Sören Kristensen.

Nachdem er den ersten Schock verdaut hat, schaut Stefan Czarnecki jetzt nach vorn. "Ich falle nicht ins Bodenlose. Mit meinem früheren Arbeitgeber, der Sparkasse, hatte ich einen ruhenden Arbeitsvertrag. Es war mir damals als 31-Jähriger wichtig, dass es für mich nach einem eventuellen Ende meiner Amtszeit einen Plan B gibt." Er habe mit seinem Arbeitgeber gesprochen, verschiedene Möglichkeiten wurden aufgezeigt. Doch entschieden sei bisher noch nichts. Zu Hause bleiben könnte Czarnecki aufgrund der Anzahl seiner Resturlaubstage ab heute. "Aber es gibt noch Sitzungen abzuhalten wie den Stadtrat und auch manche seit Langem feststehende Termine können nicht verschoben werden." Der MDR Vereinssommer ist Czarneckis letzter offizieller Termin. Ende Juli geht es mit der Familie in den Jahresurlaub.


Die ersten Tage nach der Wahl seien für ihn schon irgendwie komisch gewesen, gibt der Werdauer zu. Doch er habe sich gefangen. "Ich kann erhobenen Hauptes durch Werdau gehen. Ich habe mehr richtig als falsch gemacht", zieht der baldige Ex-OB eine persönliche Bilanz seiner Arbeit. Sein Job sei kein normaler Beruf gewesen. "Es muss einem mehr Tage Spaß machen, als dass es einen belastet. Und das hat es immer."

Natürlich werde er mit seiner Familie in der Region bleiben. "Schließlich habe ich ja ein Haus in der Sorge gebaut." Und auch das Autokennzeichen SW 1304 für Stadt Werdau und das Gründungsjahr der Stadt bleibt so lange dran, bis der VW irgendwann mal abgestoßen werde. Wie es für ihn mit der Arbeit in den verschiedenen anderen Gremien weitergeht, wie zum Beispiel im Aufsichtsrat der Sparkasse oder als Vorsitzender der Leader-Region "Zwickauer Land", müsse noch entschieden werden.

Fakt ist, dass Stefan Czarnecki seine Arbeit im Kreistag weiterführt. Mit 6073 Stimmen in seinem Wahlkreis hat der 38-Jährige mit großem Abstand die meisten Stimmen für seine Partei geholt. Darauf ist er auch stolz. "Das zeigt, dass meine Arbeit außerhalb von Werdau gut aufgenommen worden ist." Er persönlich habe bei seiner Tätigkeit im Kreistag sehr viel für seinen Job als Oberbürgermeister gelernt. Für den Werdauer Stadtrat zu kandidieren, sei für ihn hingegen keine Option gewesen.

Die Frage, die ihm am häufigsten in den vergangenen Tagen gestellt worden ist: Kandidieren Sie in sieben Jahren noch einmal? "Ganz ehrlich, für diese Frage habe ich im Moment den Kopf nicht frei."

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