Energiemanager verstärkt Rathaus

Trotz kritischer Stimmen im Stadtrat: Crimmitschau und Dennheritz wollen die Stromkosten reduzieren - und geben dafür erst mal Geld aus.

Crimmitschau/Dennheritz.

Einsparmöglichkeiten, die es an öffentlichen Gebäuden in Crimmitschau und Dennheritz gibt, soll ein Energiemanager aufzeigen. Der Stadtrat von Crimmitschau und der Gemeinderat von Dennheritz haben der Teilnahme am Projekt "Energieeffizienznetzwerk sächsischer Kommunen" zugestimmt. Die Kosten, die in den nächsten fünf Jahren anfallen, belaufen sich auf 272.000 Euro. Dafür gibt es eine 80-prozentige Förderung. Der Eigenanteil wird mit Blick auf die Einwohnerzahlen der Orte, die eine Verwaltungsgemeinschaft bilden, aufgeteilt. Die Stadt Crimmitschau muss 50.900 Euro bereitstellen, Dennheritz 3500 Euro.

Die Pläne sorgten zur Sitzung des Stadtrates in Crimmitschau für Diskussionen. "Ich bin vom Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht überzeugt. Wir müssten bei einem Blick in die Verträge mit den Stromlieferanten selbst erkennen, wo es Einsparmöglichkeiten gibt", sagte Stadtrat Peter Horn (Die Linke). Stadtrat Hans-Jörg Laube (SPD) machte deutlich, dass das Thema eine Daueraufgabe für jede Verwaltung und für jedes Unternehmen sei. "Das Modell ist aber diffus, teuer und nach vier Jahren zu Ende", sagte Laube. Stadtrat Knut Kirsche (SPD) ergänzte, dass man aus seiner Sicht schon nach dem zwölfmonatigen Einsatz eines Energiemanagers die Hinweise zum Einsparpotenzial auf dem Tisch liegen haben müsste. Lutz Baumgärtel (FDP) hielt dagegen: "Wir haben die Chance auf eine finanzielle Unterstützung in den nächsten Jahren. Danach können wir entscheiden, ob wir ohne Fördermittel weitermachen." Christian Richter (Für Crimmitschau) ergänzte, dass bei dem Vorhaben eine Zusammenarbeit mit den Hausmeistern, die externe Firmen stellen, wichtig sei. Der Grundsatzbeschluss wurde in Crimmitschau mit 14 Ja-, drei Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen gefasst. In Dennheritz gab es eine Enthaltung.


Obwohl der Energiemanager vor allem größere Einrichtungen wie Kunsteisstadion, Sahnbad und Theater in Crimmitschau unter die Lupe nehmen wird, hält der Dennheritzer Bürgermeister Frank Taubert (Freie Wähler) die Aufteilung der Eigenmittel mit Blick auf die Einwohnerzahlen für sinnvoll. "Das ist die beste Grundlage. Einwo- hner aus Dennheritz nutzen auch Freizeiteinrichtungen in Crimmitschau", sagte er.

Die nächsten Aufgaben: Bis zum 10. Mai muss die Stadtverwaltung in Crimmitschau einen Fördermittelantrag bei der Sächsischen Aufbaubank einreichen. Die Teilnahmevereinbarung soll bis zum 31. Mai unterschrieben werden. Die Stelle des Energiemanagers ist bis 1. September zu besetzen. Auch die Anschaffung von Messtechnik und Software zur Energieeinsparung kann gefördert werden.

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