Giftig oder ein Genuss?

Bei der Pilzausstellung an der Dänkritzer Schmiede konnten die südwestsächsischen Pilzberater den Besuchern eine breite Palette der behüteten Waldgewächse präsentieren.

Dänkritz.

Auch wenn Pessimisten die diesjährige Pilzsaison schon abgeschrieben hatten, dürfen Schwammefreunde wohl doch noch auf eine gute Ausbeute hoffen. Einen Vorgeschmack darauf gab es am Wochenende auf dem Gelände der Gaststätte "Dänkritzer Schmiede" in Dänkritz. Deutlich über 200 Arten konnten Besucher der Pilzausstellung unter die Lupe nehmen.

"In einem Gespräch mit ,Freie Presse' hatte ich vor wenigen Tage noch die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass wir um die 100 Arten zeigen können. Innerlich ahnte ich aber schon, dass es wohl mehr werden würden. Denn das Wetter vor zwei Wochen, insbesondere der Regen, haben gepasst und die Pilze sprießen lassen", gab Pilzberater Uwe Vogel zu verstehen.

Was an Pilzen gezeigt wurde, stammte zwar zu einem großen Teil aus der Region, wurde aber auch im Erzgebirge und dem Vogtland zusammengetragen. "Das machen wir schon seit vielen Jahren so, weil wir dadurch eine große Bandbreite an Pilzen auffahren können. Schließlich gibt es viele Arten, die spezielle Bedingungen benötigen, um zu wachsen. Diesmal kam es noch dazu darauf an, wie viel, wo und wann es geregnet hat. Da können schon wenige Kilometer Entfernung eine Rolle spielen", erklärte der 53-jährige Mülsener. Als extrem bezeichnete Vogel das augenblicklich gehäufte Auftreten von Wiesenpilzen, deren weiße Köpfe in großer Zahl auf den Grünflächen zu sehen sind. Auch für Giftpilze sei die Witterung ideal. "Bis auf den Grünen Knollenblätterpilz haben wir hier so ziemlich alle giftigen Pilze, die man sich auf so einer Ausstellung wünschen kann. Wenn ich sage wünschen, dann spreche ich da natürlich als Pilzberater, der den Leuten die Unterscheidungsmerkmale aufzeigen möchte." Im Zweifelsfall empfiehlt der Experte, entweder einen Pilzberater aufzusuchen oder - was er noch besser findet - die betreffenden Pilze einfach im Wald stehen zu lassen. Wovon er abrät, sind Pilz-Apps. "Auf so eine App ist kein Verlass. Sie kann weder einen Pilz in die Hand nehmen, noch daran riechen oder andere wichtige Feinheiten erkennen", so Vogel. Ebenso wenig Verständnis zeigte er für Zeitgenossen, die ihnen unbekannte Pilze einfach zertreten. "Ob giftig oder nicht. Pilze erfüllen in der Natur wichtige Funktionen. Unter anderem tragen sie zur Vergrößerung des Wurzelgeflechtes von Bäumen bei, die dadurch mehr Wasser aufnehmen können."

Ausstellungsbesucher Peter Lehmann aus Zwickau staunte über die Vielzahl der gezeigten Pilze. "Ich war am Samstag im Weißenborner Wald unterwegs, habe aber nur ein paar Butterpilze, Maroner und Champignons gefunden. Vielleicht fahre ich ja in den nächsten Tagen doch mal ins Vogtland hoch. Ein frischer Pilzeintopf ist schon ein feines Essen", meinte er.

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