Großvermieter aus Fraureuth kauft 17 Häuser in Werdau

Die WGF erweitert ihren Bestand um 65 Wohnungen und will damit junge Familie ansprechen. Im Verband der sächsischen Genossenschaft, der 210Firmen angehören, zählt das Unternehmen zu den Musterschülern im Freistaat.

Fraureuth.

Die Wohnungsbaugenossenschaft in Fraureuth (WGF) geht neue Wege. Während andere Großvermieter ihren Bestand reduzieren und über Leerstand klagen, erweitert die WGF ihre Angebote und kaufte in der Leubnitzer Eisenbahnersiedlung 17 Häuser, Baujahr 1928, mit insgesamt 65 Wohnungen. Diese befinden sich am Arbeiterweg, am Wiesenweg und am Torweg. Über den Kauf des Paketes wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Eigentümerwechsel tritt am 1. Januar kommenden Jahres in Kraft. Die bestehenden Mietverträge behalten ihre Gültigkeit. Über die weiteren Pläne sollen die Bewohner im November informiert werden. Das sagte Renate Künzel vom Vorstand der WGF.


Mit dem Neukauf will der Großvermieter, Herr über insgesamt 755 Wohnungen, den Altersdurchschnitt seiner Mieter senken und zugleich auf die gestiegene Nachfrage von jungen Familien reagieren. Den Wünschen nach Wohnungen mit beispielsweise zwei Kinderzimmern kann die WGF bisher nicht umfassend nachkommen. "Das lässt unser derzeitiger Bestand nur eingeschränkt zu", sagt Künzel. Ein Großteil der Wohnungen, die der Großvermieter besitzt, befinden sich am Fritz-Heckert-Ring in Fraureuth. Diese verfügen im Durchschnitt über 60 Quadratmeter und sind von der Größe her ideal für zwei Personen. "Um den Bedürfnissen junger Familien gerecht zu werden, legen wir zwei Wohnungen auf einer Etage zu einer großen zusammen. Das bedeutet aber auch, dass die beiden Wohnungen leer stehen müssen. Dies ist jedoch kaum der Fall. Unser Leerstand beträgt nahezu null Prozent", sagt Künzel. Ein ähnliches Bild an den weiteren Standorten des Großvermieters in Werdau an der Zwickauer Straße und in der Stadtgutsiedlung. Das bestehende Problem soll nun mit den neuen Häusern in der Eisenbahnersiedlung schrittweise gelöst werden. "Das bedeutet nicht, dass die Mieter jetzt ausziehen müssen. Wir beginnen in den Häusern, in denen Leerstand vorhanden ist", sagt Künzel. Der Vermietungsgrad in den neu erworbenen Häusern beträgt 70 Prozent. Für Künzel bietet die Eisenbahnersiedlung als Wohnungsstandort für junge Familien ideale Voraussetzungen. "Dabei handelt es sich um ein kleines, ruhig gelegenes Wohngebiet. Ein Kindergarten, eine Grund- und eine Oberschule sind fußläufig erreichbar. Mit der Westtrasse, die über die Anschlussstelle Leubnitz in wenigen Minuten erreichbar ist, bestehen gute Verkehrsanbindungen", begründet Künzel die Entscheidung.

Für Sven Winkler, Referent für Betriebswirtschaft und Herr der Zahlen beim Verband der sächsischen Wohnungsbaugenossenschaften, gehört der Fraureuther Großvermieter zu den Musterschülern. "Die WGF hat in den zurückliegenden Jahren offenbar alles richtig gemacht und durch die Umsetzung eines Neubaus sowie verschiedene Häuser an mehreren Standorten für eine Mischung im Bestand gesorgt", sagt der Experte. Und: Ein Leerstand von null Prozent sei bei Anbietern im ländlichen Raum ein Novum. Sachsenweit beträgt der bei Genossenschaften auf dem Land 10,2 Prozent. Null Leerstand gebe es nur bei Genossenschaften in Dresden oder Leipzig. Beide Städte würden einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen. Zum Vergleich: Die Wohnungsbaugenossenschaften in Zwickau haben nach Verbandsangaben einen Leerstand von insgesamt 16,3 Prozent und liegen damit weit über den Landesdurchschnitt von 8,2 Prozent.

Der Verband mit Sitz in Dresden vertritt die Interessen von 210 Genossenschaften, die über insgesamt 286.000 Wohnungen verfügen. "Damit gehört jede fünfte Wohnung im Freistaat einer Genossenschaft", sagt Winkler.

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