Hier trägt der Osterhase eine grüne Arbeitskluft

Wie kommt das Ei in den Karton? Der Geflügelhof Weber in Schönberg hat am Wochenende seinen Besuchern gezeigt, wie es hinter den Kulissen der Hühner-Industrie aussieht.

Schönberg.

Von Sonnenschein bis leichtem Schneefall - der Ostermarkt auf dem Geflügelhof Weber hielt am Samstag nicht nur wettertechnisch Überraschungen bereit. Mit der Bimmelbahn ging es für Groß und Klein auf das Festgelände, zur Packstation am Franzenweg. Neben Streichelzoo, Hüpfburg und Bauernmarkt stand das Ei an diesem Tag im Vordergrund, die Besichtigung der modernen Packstelle mit seiner Eiersortieranlage war den ganzen Tag lang möglich.

"Wenn alle Ställe belegt sind, haben wir 75.000 Hühner hier, die täglich ungefähr 65.000 Eier liefern. Nur rund ein Viertel davon sind weiß, die anderen braun", sagte Andreas Grunwald am sogenannten Farmpacker. "Wir haben in jedem Stall vier Nestreihen, alle Nester sind schräg angeordnet, sodass die Eier nach dem Legen auf das Sammelband rollen und unsortiert bei mir ankommen", sagte der 56-jährige Glauchauer. "Dann werden die Eier von Hand aussortiert, manche haben eine brüchige Schale, diese werden direkt weiterverarbeitet. Die guten werden zu je dreißig Stück auf Höcker gepackt."

In der Eiersortiermaschine erst wird jedes Ei angesaugt, neu aufgelegt, gewogen und nach Gewicht umsortiert. "Jeder Geflügelhof hat seine eigene Nummer, unseren Eiern wird die Nummer 7912 aufgedruckt, damit weiß jeder, dieses Produkt ist aus Schönberg." sagte Marcel Thieme an der Sortiermaschine. Seit fünf Jahren arbeitet er in der Halle, kennt sich mit Prüfdaten aus. "Wie bei den Konfektionsgrößen arbeiten wir mit den Bezeichnungen S, M, L, XL. Dabei liegt das Gewicht eines Eies von uns im Durchschnitt bei 63-64 Gramm, das entspricht dann L." Die Häufigkeit von sonderbar geformten Eiern ist gering. "Vor ein paar Jahren hatten wir ein Ei mit 85 Gramm, das war außerordentlich."

Verschiedene Verpackungsformen machen es möglich, die Eier als fertiges Produkt zu sortieren: So schafft es die Eiersortiermaschine beispielsweise, 30.000 Eier pro Stunde in Sechserpacks zu legen. Ruhetage gibt es in der Packstelle nicht. "Auch an Wochenenden und Feiertagen legen die Hennen ihre Eier, aber dann werden sie lediglich auf die Höcker gepackt und erst in der Woche darauf sortiert." Das Team in dieser Halle umfasst um die sieben Angestellte. "Wir mögen alle Eier. Und jeden Morgen gibt es hier Kaffee und Frühstückseier", freut sich Andreas Grunwald, der sein Hühner-Hobby quasi am Farmpacker vor 13 Jahren zum Beruf machte. Das Staunen war groß bei der Vielzahl an Eiern auf den Förderbändern - nur beim Eiersuchen auf der Wiese musste man genauer hinschauen. "Ich komme das dritte Mal mit meiner Enkelin zum Ostermarkt", sagte Viola Klenner aus Oberwiera. "Da sie nun keinen Mittagsschlaf mehr machen muss, haben wir uns gleich den ganzen Tag daheim abgemeldet, hier ist es immer so schön."

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