Jobbörse für Ferienarbeit soll entstehen

Aus einer großen Schülerbefragung leiten Wirtschaftsförderung und ein Dutzend Firmenchefs aus der Region um Glauchau viele Aufgaben für sich ab. Die Stadt war als einzige im Landkreis Zwickau bei dem Projekt dabei.

Glauchau.

Glauchauer Firmenchefs wollen in Zukunft häufiger an den ortsansässigen Schulen präsent sein und sich selbst untereinander besser und effektiver vernetzen. Das ist das Ergebnis der in den vergangenen Wochen erfolgten Befragung von knapp 450 jungen Leuten der beiden Oberschulen und des Georgius-Agricola-Gymnasiums in Glauchau und eines anschließenden Austauschs der Wirtschaftsförderung mit zwölf Firmenchefs aus der Region.

Bei dem seit drei Jahren vom Freistaat Sachsen geförderten Projekt soll in Zeiten des anhaltenden demografischen und Fachkräftemangels herausgefunden werden, welches Verhältnis die Jugend zur regionalen Wirtschaft und der sich weiter rasch verändernden Arbeitswelt besitzt. Den Hut dabei haben neben der Glauchauer Wirtschaftsförderung auch die Mitarbeiter des in Chemnitz ansässigen Forschungsinstitutes Arbeit, Technik und Bildung (ATB) auf.

"Neben der Digitalisierung müssen die Betriebe vor allem vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sehr früh neue Mitarbeiter an sich binden", verdeutlichte ATB-Chef Michael Uhlmann die Situation. Das sieht Wirtschaftsförderin Astrid Modrack ähnlich, die deshalb auch auf die Befragung von zwölf Firmenchefs aus Glauchau und Umgebung viel Wert legte. "Ich bin froh, dass diese Unternehmen künftig an einem Strang ziehen", sagte Modrack. So soll als konkrete Idee eine Jobbörse für die Ferienarbeit ins Leben gerufen werden. Um über deren Umsetzung und weitere Ideen zu sprechen, wollen sich die Unternehmer mindestens einmal monatlich treffen. Sie wollen diese Runden unter der Bezeichnung "Wirtschaftsdialog" veranstalten.

Zwar sei allen klar, dass ein Arbeitgeber attraktiv sein muss, damit er Azubis und neue Mitarbeiter findet. In diesem Zusammenhang bezeichnete der ATB-Chef aber den unzureichende Bekanntheitsgrad der Firmen als großes Problem. Denn die Befragung der Schüler habe ergeben, dass ein Großteil der jungen Leute wenig oder gar nichts von den hiesigen Firmen und deren Produkten weiß. Auch das soll sich ändern, haben die interviewten Geschäftsführer während des im Anschluss der Schülerbefragung initiierten Workshops versprochen. Hierbei ist laut Uhlmann unter anderem der Vorschlag gemacht worden, dass sich die Firmen in die Ganztagsangebote der Schulen einklinken. Details sollen bei den Treffen der Firmenchefs erarbeitet werden.

Das Institut hat das Projekt "Demografie-Fokus Wirtschaft-Jugend" bereits in Kommunen des Erzgebirgskreises und des Landkreises Mittelsachsen umgesetzt. Im Landkreis Zwickau war nur eine Kommune beteiligt. "Daher sind wir froh, dass Glauchau als einzige Stadt im Kreis Zwickau dafür ausgewählt wurde", sagte die Wirtschaftsförderin Modrack, die mit der jährlichen Jobbörse in der Sachsenlandhalle Arbeitsuchende und Unternehmen zusammenbringt.


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