Leuchtende Augen der Kinder machen alle Strapazen vergessen

Der passionierte Langstreckenläufer ist zurück aus Kenia. Unter sengender Sonne hat sich der Zwickauer gemeinsam mit Gleichgesinnten einer ganz besonderen Herausforderung gestellt - und das für einen guten Zweck.

Zwickau.

Wolfgang Schönherr hat eine Menge zu erzählen. Seine Familie, die Kollegen und Freunde sind garantiert stolz auf die außergewöhnliche Leistung des 64-Jährigen, der eine Woche in Afrika für eine gute Sache im Einsatz war. Der Oberarzt in der Klinik für Handchirurgie und Rekonstruktive Mikrochirurgie des Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau (HBK) war beim sogenannten "Muskathlon" einer von 26 Teilnehmern aus Deutschland in Kenia.

"Nach gut drei Dutzend Marathonläufen in verschiedenen Städten und Ländern wollte ich den geliebten Freizeitsport diesmal mit einem tieferen nachhaltigen Sinn verbinden", erzählt der passionierte Langstreckenläufer, der vor zwei Jahren Kontakt zur christlichen Bewegung "Der vierte Musketier" aufnahm. Seit 2012 hat diese Organisation über 30Benefizläufe organisiert, wobei die Teilnehmer bisher 16,4 Millionen Euro an Spenden aufgebracht haben. "Damit sind Wellen der Gerechtigkeit weltweit ausgelöst worden, die für Menschen in armen Ländern, insbesondere Kinder und ihre Familien einen Ausstieg aus dem schicksalhaften Kreislauf von Armut, mangelnder Bildung, Krankheit und verkürzter Lebenserwartung ermöglichen", erklärt Wolfgang Schönherr. Der Handchirurg vom HBK hat sich nun dank seiner 16 Sponsoren in diese engagierte Schar von Unterstützern eingereiht und zugleich den Traum von einem Marathon in Afrika erfüllt.


"Der lange Lauf unter der sengenden Sonne am Äquator auf 2000 Meter Höhe auf einem Plateau am Mount Kenya, die weite hügelige karge Landschaft, die alten, mit rotem Staub bedeckten Wege und die Einsamkeit der 42 Kilometer waren wunderbar und haben zusammen mit den vorherigen Begegnungen einen sehr tiefen Eindruck hinterlassen", berichtet der 64-Jährige. "Ein echtes Abenteuer mit nachhaltigen Auswirkungen für einige der Ärmsten, aber auch für uns Teilnehmer aus Europa." Während des Aufenthalts in Kenia konnte er an Ort und Stelle die Arbeit des christlichen Kinderhilfswerkes "Compassion" in den Slums von Nairobi und Nanyuki kennenlernen. Die Muskathleten bekamen zudem die Gelegenheit, ihre persönlichen Patenkinder zu treffen und Zeit mit ihnen zu verbringen. "Dadurch haben wir einen direkten Einblick in die Freuden und Leiden der Ärmsten gewonnen, wie es kaum einem Kenia-Touristen sonst möglich sein wird", erzählt Schönherr, der sich davon überzeugen konnte, dass Compassion, die mit christlichen Kirchgemeinden die geschützten Kinderzentren in den Slums betreibt, eine gut organisierte, qualifizierte soziale Arbeit leistet. Jeder Spenden-Euro kommt direkt bei den Bedürftigen an.

Sein eigenes Patenkind, den zehnjährigen Jungen Mandela vom Stamm der Massai, hat Schönherr in seinem abgelegenen Dorf bei dessen Familie besucht. Die weiteren drei Patenkinder der Familie Schönherr, Wanjugu, Emmanuel und Emily, traf er im Compassion-Kinderzentrum in Nanyuki. "Die leuchtenden Augen und die ausgelassene Fröhlichkeit dieser offenherzigen fünf- bis elfjährigen Kinder haben mir dann auch die Kraft gegeben, die anstrengende körperliche Herausforderung am vorletzten Tag der Reise zu bestehen", erzählt der Marathonläufer. Alle haben ihr Ziel erreicht.

Durch den Einsatz der Muskathleten in Kenia wurden insgesamt 300 Kinderpatenschaften vermittelt sowie eine Spendensumme von circa 200.000 Euro gesammelt, was dem Volumen eines neuen Kinderzentrums entspricht. Dieser Erfolg spornt die Organisatoren an zu neuen Projekten. Für Mai 2020 ist bereits ein ähnlicher Spendenlauf in Ghana geplant. Ein weiterer Muskathlon soll im September in Rumänien ausgerichtet werden.

www.muskathlon.com

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