Sie hilft, wenn in Coronazeiten irgendwo Not am Mann ist

Eine Blankenhainerin springt beim DRK dort ein, wo die Pandemie für personelle Engpässe sorgt. Dabei gehört die 69-Jährige selbst zur Risikogruppe.

Blankenhain.

Eigentlich könnte es sich Hannelore Selinger in ihren vier Wänden gemütlich machen, und ihr Rentendasein genießen. Macht sie aber nicht. "Ich kann nicht tatenlos zuhause sitzen, wenn ich höre und sehe, was draußen passiert." Mit Draußen meint die rüstige Rentnerin die Coronapandemie. Dabei gehört sie mit 69 Jahren selbst zur Risikogruppe.

Auch wenn Hannelore Selinger nicht Medizin studiert hat, kennt sie sich in dem Metier aus. Die Blankenhainerin ist ausgebildete Krankenschwester und hat im ehemaligen Krankenhaus in Crimmitschau etliche Jahre gearbeitet. 1972 wechselte sie ins Gesundheitsamt des Kreises. In der Behörde war sie bis zum Erreichen des Rentenalters tätig. Ehrenamtlich wirkte sie im DRK-Kreisverband mit und gehört dort seit 1974 zum Präsidium. "Was aktuell die Pflegekräfte zur Bewältigung der Coronapandemie leisten, egal wo sie arbeiten, verdient Respekt und Anerkennung." Deshalb war und ist es für Hannelore Selinger auch selbstverständlich, dort einzuspringen, wo Hilfe benötigt wird. "Man muss nicht aus der Branche kommen, um zu verstehen, was die Mitarbeiter Tag für Tag leisten. Da langen die Bilder im Fernsehen oder die Berichte in der Zeitung nicht aus. Wer immer noch einer glaubt, dass es kein Corona gibt, der sollte sich mal dort umschauen, wo Menschen gegen die Pandemie ankämpfen." Als über die Weihnachtsfeiertage Covid-19 auch im Wohn- und Pflegeheim für Behinderte an der Mühlenstraße für Personalnotstand sorgte, sprang Hannelore Selinger ein. "Es war zwar ein bisschen ungewöhnlich, 4.45 Uhr aufzustehen, um 6 Uhr zum Schichtbeginn im Heim zu sein. Aber daran hatte ich mich ganz schnell wieder gewöhnt", blickt die 69-Jährige zurück. Auch jetzt steht sie Gewehr bei Fuß, sollte Hilfe benötigt werden. "Wenn beispielsweise im Impfzentrum in Zwickau jemand ausfallen sollte, springe ich gern ein. Wichtig ist, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen. Es sind schon genug Menschen daran gestorben, nicht nur bei uns in der Region."

Ines Müller-Hennig, von der Stabsstelle für Qualitätsmanagement beim DRK-Kreisverband Zwickauer-Land, bezeichnet Hannelore Selinger als "rettenden Engel". Beide Frauen kennen sich schon seit Jahren. "Auf Hannelore kann man sich immer verlassen. Sie unterstützt noch immer bei jeglichen Einsätzen, bei denen das DRK mit im Boot ist. Ich denke da zum Beispiel an den Triathlon an der Koberbachtalsperre", sagt Ines Müller-Hennig. Bei so viel Lob winkt die Blankenhainerin ab und erwidert: "Ich mache das gern. Ohne das Verständnis meines Lebenspartners wäre das Ganze aber nicht möglich. Man weiß nie, ob man nicht selbst einmal Hilfe benötigt und ist froh, wenn jemand da ist."

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