Stadtgutsiedler wehren sich gegen Garagenhof-Pläne

Auf einem Grundstück an der Ringstraße in Werdau sollen zwischen zwei Häusern Autos untergestellt werden. Die Kommune hat einen ersten Schritt in diese Richtung geebnet.

Werdau.

Anwohner der Ringstraße wehren sich gegen ein Vorhaben, für das die Stadt Werdau einen Bauvorbescheid erlassen hat. Auf dem Grundstück Nummer 91 der Ringstraße in Werdau-West soll laut Ideen eines Investors ein Garagenhof entstehen. "Das Gelände liegt mitten in der Wohnsiedlung. Es ist uns unverständlich, wie man auf diesem Grundstück einen Garagenhof bauen lassen kann", sagen Hans-Jürgen Gräßer und Reinhard Scheller vom Verein Werdauer Stadtgutsiedlung. Das Grundstück, das teilweise der Bahn und teilweise der Stadt gehört, liegt seit vielen Jahren brach. Früher befanden sich auf dem rund 750 Quadratmeter großen Areal Schrebergärten, wie Anwohner noch wissen. Mittlerweile hat sich hier ein kleiner Wald entwickelt, der auch den Geräuschpegel der in unmittelbarer Nähe liegenden Bahnstrecke dämpft. Die Siedler befürchten durch die geplanten 16 Garagen Lärmbelästigungen rund um die Uhr. "Außerdem müssen die starken Bäume gefällt werden. Das werten wir als einen Eingriff in die Natur", sagt Vorstandsvorsitzender Reinhard Scheller. Die Ringstraße sei außerdem als Zufahrt zu einem Garagenhof ungeeignet, formulieren 13 Siedler in ihrem Widerspruch, den sie auch den Fraktionen des Werdauer Stadtrates zur Kenntnis gegeben haben. Die Straße sei an dieser Stelle maximal 5,20 Meter breit. Es gibt keinen Fußweg. Alle Wege werden von Familien mit kleinen Kindern benutzt, da auch die Kindereinrichtung "Schöne Aussicht" nicht weit entfernt ist. "Wir fragen uns, wieso ein Verkauf für einen Garagenhof getätigt wird. Dieses Grundstück eignet sich doch perfekt als Eigenheimstandort. Das würde auch dem Charakter unserer Siedlung entsprechen", sagt Hans-Jürgen Gräßer vom Vorstand. Zumal es in der näheren Umgebung schon etliche Garagenhöfe gebe und einige wegen Unwirtschaftlichkeit sogar abgerissen werden sollen.

Die Stadt Werdau habe zu prüfen, ob das Vorhaben genehmigt werden kann oder nicht, sagte der Werdauer Oberbürgermeister Sören Kristensen (Unabhängige Liste) auf Anfrage. Den Bauvorbescheid habe die Verwaltung erteilt. "Ein Bauantrag für das Vorhaben liegt uns jedoch noch nicht vor", sagte der OB, der einige Bedenken der Stadtgutsiedler nachvollziehen könne.

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