Trabantausstellung in Zwickau schließt und zieht nach Meerane

Der Verein Intertrab räumt die Halle an der Uhdestraße. Die Exponate werden vorübergehend im Horchmuseum eingelagert.

Zwickau.

Wie viele Einzelteile die Mitglieder des Vereins Intertrab in den letzten Wochen verpackt und transportiert haben, konnte der Vorsitzende Wolfgang Kießling höchstens pauschal sagen: "Es waren schon einige Lastwagen, die wird beladen haben". Bis zum Monatsende jedenfalls muss die Halle an der Uhdestraße, in der seit 15 Jahre die mobile Trabantausstellung zu sehen war, geräumt sein. "Gerade legen wir den Endspurt hin", sagte Kießling. Am vergangenen Wochenende hatten sogar Trabifans aus der Schweiz mitgeholfen.

Die Ausstellungsstücke finden zunächst ihren Platz im Fundus des August-Horch-Museums in Pölbitz. "Dort hat der Verein ab Mitte Februar auch seinen Sitz", sagte Kießling. Langweilig wird es den etwa 200 Vereinsmitgliedern aus ganz Deutschland aber auch dem Aus der Trabiausstellung, die bisher das Herzstück des Vereins war, nicht werden. Bereits am Freitag öffnet die verschobene Sonderausstellung "60 Jahre Trabant" im Horchmuseum. Diese wurde vom Verein maßgeblich mitgestaltet. Wie Wolfgang Kießling sagte, werde dabei auch an den Kultfilm "Go, Trabi, Go" mit Wolfgang Stumpf erinnert. Unter anderem werde das Originaldrehbuch gezeigt. Für das nächste Jahr wird bereits am Konzept einer weiteren Sonderschau rund um den Plastebomber gearbeitet.

"Außerdem bleibt dann etwas mehr Zeit für andere Vereinsaufgaben", sagte Kießling. Unter anderem muss das internationale Trabantregister regelmäßig gepflegt werden. "Auch um die Markenrechte und Lizenzen wollen wir uns dann verstärkt kümmern", sagte er. Der Verein ist Inhaber des Markennamens Trabant. Unter anderem sind die meisten verkauften Spielzeugtrabis mit einer Lizenz des Intertrab-Vereins versehen. Das die Trabi-Schau in der Geburtsstadt des Kultfahrzeuges künftig nicht mehr zu sehen ist, schmerzt Kießling nicht besonders. "Wir haben anderthalb Jahre in Zwickau eine neue Bleibe gesucht", sagte er. Aber es seien keine nutzbaren Angebote gemacht worden. Er habe Verständnis dafür, dass es in Zwickau nur eine Autoausstellung geben kann. "Außerdem bleibt ja unser Vereinssitz in Zwickau".

Dabei ist die Räumung des Zwickauer Domizils nicht das Aus für die Trabantschau. In spätestens zwei Jahren, so Kießling, will der Verein mit einer neuen Ausstellung in Meerane starten. Schon 2016 war über einen Umzug in den denkmalgeschützten Drews-Bau diskutiert worden. Doch die Pläne hatten sich damals zerschlagen. Jetzt, mit einem neuen Eigentümer der Immobilie, ist man sich offenbar einig geworden. "Auch Meerane hat einen guten Bezug zur Automobilindustrie", sagte Kießling. Er ist froh, dass er für die Exponate eine neue Heimat gefunden hat. "Immerhin sind da viele Raritäten dabei". Es wäre schade gewesen sie für immer in einem Depot verschwinden zu lassen. Am neuen Ort sieht Kießling vor allem Chanen der Ausstellung auch ein neues Konzept zu geben. "Wir möchten den Fokus nicht mehr nur auf den Trabant selbst richten, sondern auch die Zulieferindustrie berücksichtigen". Gezeigt werden könnte dann auch der letzte Messestand des VEB Sachsenring. Kießling betont, dass die kommende Ausstellung in Meerane nicht als Konkurrenz zum Horchmuseum gedacht ist.

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