Verkehr fließt langsamer, aber Vorsicht trotzdem geboten

Fast vier Wochen ist der Kreisel an der Annoncenuhr in Werdau nun in Betrieb. Und anscheinend läuft alles rund.

Werdau.

Zu einem neuen Unfallschwerpunkt hat sich der Kreisverkehr an der Poststraße/August-Bebel-Straße in Werdau bisher nicht entwickelt. "Uns sind keine Unfälle bekannt", sagte Florian Kieslich vom Fachbereich öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Stadtverwaltung Werdau.

Das bestätigte auch Helmut Schäffer, Leiter des Polizeireviers in Werdau. "Es gab in diesem Bereich noch keine Verkehrsunfälle." Bürgerpolizist Uwe Wöllner findet den Kreisel etwas gewöhnungsbedürftig. "Aber es ist sicherlich gut, dass die Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich zum langsamen Fahren gezwungen sind." Dem Werdauer Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU) gefällt die neue Verkehrssituation sehr gut. "Die Sichtverhältnisse haben sich deutlich verbessert, der Verkehr läuft flüssig und hat sich entschleunigt." Jürgen Rohleder, der ganz in der Nähe des Kreisverkehrs ein Bastelfachgeschäft hat, sieht noch einen anderen positiven Effekt des neuen Kreisverkehrs. "Wenn die Kunden bei mir keinen Parkplatz finden, können sie nach einer 180-Grad-Drehung durch den Kreisverkehr in den angrenzenden Straßen fündig werden." Er begrüßt auch, dass die Stadt Werdau dabei bleiben will, den Verkehr weiterhin in zwei Richtungen auf der August-Bebel-Straße fließen zu lassen. Allerdings müsste stärker kontrolliert werden, dass die Parkzonen für Lieferfahrzeuge nicht blockiert seien und es sich deshalb staute.

Nicht 100-prozentig glücklich mit dem Mini-Kreisel in der City ist Jens Möse, Vorsitzender der Verkehrswacht Zwickauer Land. "Gut ist, dass der Kreisverkehr die Kraftfahrer zwingt, mit mäßiger Geschwindigkeit zu fahren. Negativ ist, dass bei Einfahrt von der Plauenschen Straße kommend die Sicht nach links in Richtung Poststraße sehr eingeschränkt ist. Man muss sehr weit zum Kreisel fahren, um Sicht nach links zu haben." Die Kraftfahrer sollten sich außerdem bemühen, das Ausfahren aus dem Kreisel anzuzeigen, also den Blinker zu benutzen. Der neue Kreisverkehr wird ein Thema am 5. Februar zur Verkehrsteilnehmerschulung sein.

Am 20. Dezember wurde die neue Verkehrsregelung nach dem Komplettumbau der Kreuzung eingeführt. Vorher hatte jahrzehntelang eine Ampelanlage den Straßenverkehr an dieser Stelle geregelt. Der 1,3 Millionen Euro teure Umbau der Kreuzung ist Teil des Verkehrskonzeptes, das 2010 durch den Stadtrat beschlossen worden war. Rund 7000 Fahrzeuge passieren die Stelle in der Innenstadt täglich. Der Kreisverkehr ist mit seinen Abmessungen für 15.000 Fahrzeuge ausgelegt. An allen vier Kreisel-Armen sorgen Fußgängerüberwege für die Sicherheit. Die historische Annoncenuhr kommt nach einer Generalüberholung im Frühjahr wieder an ihren Platz. Andersfarbige Pflastersteine zeigen bereits jetzt schon an, wo sie dann genau stehen wird.

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