Weiter Häuptling? Ja, aber ...

Zwickau ehrt den berühmten Kino-Indianer Gojko Mitic (76). Zwar schlüpft er bald wieder in seine Paraderolle, aber nicht mehr um jeden Preis.

Zwickau.

Die Rolle des Indianers lässt Gojko Mitic (76) wohl nie mehr los. Er spiele sie zwar immer noch gerne, es komme aber auf den Stoff an, sagte er gestern, als er sich ins Ehrenbuch der Stadt Zwickau eintrug. Spekulationen, wonach er 2017 auf der Karl-May-Bühne bei Hohenstein-Ernstthal in einem Theaterprojekt Winnetous Vater Intschu tschuna verkörpern werde, erteilte er bei der Gelegenheit eine deutliche Absage. "Ich habe den oft genug gespielt, das reicht auch", sagte Mitic. Zuvor hatten mehrere Medien über ein mögliches Engagement nahe der Karl-May-Geburtsstadt berichtet.

Er wird stattdessen im kommenden Jahr den Federschmuck für die Landesbühnen Sachsen anlegen. In der Bühnenfassung des Romans "In Gottes eigenem Land" von Eberhard Görner spielt Mitic einen Delawaren-Häuptling. Dem leiht er im Rahmen szenischer Buschlesungen bereits seit 2011 seine Stimme. Aus diesem Grund weilte Mitic auch gestern in Zwickau. Überhaupt lege er bei Engagements mehr Wert auf den Inhalt als auf die Rolle. "Wichtig ist mir, dass es erzieherisch ist, gerecht. Stoffe, die nicht nur irgendwelche Ballereien haben, denn das muss nicht sein. Es muss eine Botschaft haben."

Der in Serbien geborene Schauspieler wurde als Hauptdarsteller zahlreicher Defa-Indianerfilme bekannt. Als "Winnetou des Ostens" galt er bereits, bevor er die Titelrolle in den Karl-May-Spielen von Bad Segeberg 15 Spielzeiten lang ausfüllte. Er lebt in Berlin und hält sich mit Schwimmen fit. Jeden Morgen drehe er seine Runden im Fluss, sagte der 76-Jährige. "Danach schmeckt das Frühstück erst richtig."

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