Wo einst Bäume wuchsen, leben jetzt wieder Frösche

Mit der Wiederherstellung der Rohrwiese hat der Forstbezirk Plauen ein Naturschutzvorhaben im Werdauer Wald umgesetzt. Jetzt muss das Gemeinschaftsprojekt wachsen.

Leubnitz.

Sumpfdotterblume, Kuckucks-Lichtnelke, Breitblättriges Knabenkraut und Bach-Nelkenwurz - diese Pflanzen sollen sich in den kommenden Jahren auf der sogenannten Rohrwiese im Werdauer Wald wieder heimisch fühlen. Der Forstbezirk Plauen hat in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und der Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle in Neukirchen das rund 5000Quadratmeter große Areal nach Naturschutzvorgaben wiederhergestellt. Das Vorhaben ist ein Projekt innerhalb des Naturschutzkonzeptes, das die zwölf Forstbezirke von Sachsenforst in den kommenden Jahren umsetzen wollen.

Die Rohrwiese war einst ein sogenannter Nasswiesenschlauch, der sich von der Königsbuche über einen Kilometer entlang des Mittelteichbaches bis zum Rohrteich an der Siedlung Leubnitz-Forst erstreckte. "Vor rund 50 Jahren wurden diese Wiesen dann mit Fichten aufgeforstet. Durch Sturm Herwart im Herbst vor zwei Jahren wurde der Bestand geworfen", sagte Revierförster Stephan Stange. Anfang 2018 wurde das Holz dann aufgearbeitet. Anfang dieses Jahres rodete man die Wurzelstöcke mit einem Kettenbagger. Die Fläche wurde beräumt und eingeebnet. Nun soll sich die Natur nach und nach das Gelände zurückerobern. "Das wird sicherlich einige Zeit brauchen", sagt Stephan Stange.

Wenn dieses Ziel erreicht ist, übernimmt der Landschaftspflegeverband Westsachsen die Pflege der Nasswiese. "Geplant ist, einmal im Jahr zu mähen", sagt Dennis Klein, Koordinator in der Kreisnaturschutzstation. "Wir haben dafür auf dem feuchten Gelände mit einem Balkenmäher auch die richtige Technik." Die botanische Betreuung der Rohrwiese übernimmt Peter Meese. Der Hobbybotaniker kennt den Werdauer Wald wie seine Westentasche und arbeitet in der Gräfenmühle als ehrenamtlicher Naturschutzhelfer mit. Der Werdauer kartiert sämtliche Pflanzen auf der Wiese, die sich bereits dort befinden beziehungsweise noch ansiedeln werden. Forstleute und Naturschützer hoffen, dass die Tierwelt die renaturierte Fläche wieder gut annimmt. Unter anderem haben Kamm- und Bergmolch, aber auch Grasfrosch und Erdkröte sie bereits wieder als Lebensraum entdeckt.


Naturschutzprojekte des Forstbezirkes ab sofort online

Auf der Seite des Forstbezirkes Plauen ist das lokale Naturschutzkonzept vorgestellt. Zudem werden Einzelprojekte, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden sollen, kartenmäßig dargestellt und erläutert. Die Maßnahmen sind so vielfältig wie die Natur selbst: Waldumbauprojekte, das Einbringen seltener am Standort heimischer Baumarten, Renaturierungs- und Artenschutzprojekte sowie umfangreiche Aktivitäten in der Offenlandpflege. Schon während der Erstellung des Konzeptes erfolgte eine Abstimmung mit den unteren Naturschutzbehörden des Landkreises Zwickau und des Vogtlandkreises.

Trotz der immensen Herausforderungen in der Borkenkäferbekämpfung hat Sachsenforst erste Maßnahmen in Angriff genommen: Neben der Rohrwiese wurden Waldinnenränder angelegt, der Meiselsteich bei Rützengrün renaturiert, eine Fließgewässerrenaturierung am "Grünen Band" bei Ebmath durchgeführt und die Renaturierung eines Tümpels als Kammmolchhabitat im Naturschutzgebiet "Großer Weidenteich" bei Plauen umgesetzt. Auch die jährlich wiederkehrende Pflege der Nass- und Feuchtwiesen, Magerrasen und Heideflächen im "Grünen Band" und im "Großer Weidenteich" wurde weitergeführt.

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