Musikfest begeistert auch an neuen Orten

Klassische Barockmusik und ausgelassene Kneipenstimmung - passt das zusammen? Und wie. Zumindest, wenn die Barokksolistene aus Norwegen im Lokal sind.

Marienberg/Olbernhau.

Mit der "Letzten Reise" ist es gestern Abend zu Ende gegangen, das diesjährige Musikfest Erzgebirge: mit Mozarts "Requiem und Vesperae solennes de Confessore" in der Sankt Marienkirche zu Marienberg. Zuvor waren die beiden Solisten David Erler und Stefan Maass mit ihren historischen Instrumenten und ihrem Publikum noch zur musikalischen Wanderung durch die alte Bergstadt aufgebrochen. Nur einer der "Wege", die beim mittlerweile vierten Musikfest Erzgebirge an den zurückliegenden elf Tagen gegangen wurden.

Und die führten nicht nur zu bereits bekannten Orten wie der Sankt Marienkirche, sondern auch zu ganz neuen Lokalitäten - wie beispielsweise dem ehemaligen Treibehaus der Saigerhütte in Olbernhau. Vor nahezu ausverkauftem Haus waren dort am Samstagabend die Barokksolistene aus Norwegen zu Gast. Eine ungewöhnliche Formation mit einem ungewöhnlichen Programm: Die neun Musiker verwandelten die Halle in ein englisches "Alehouse" des 17. Jahrhunderts. Passend dazu hatte die in Gersdorf ansässige Brauerei - bereits seit längerer Zeit Partner des Musikfestes - eigens ein Pils nach englischer Brauart gebraut. Und das scheint nicht nur den Festgästen zu schmecken, denn es wurde schon mit dem Titel "Bier des Jahres" dekoriert.

Unabhängig vom Gerstensaft sorgten aber vor allem die neun Musiker unter der Leitung von Bjarte Eike für ausgelassene Stimmung mit ihrer Mischung aus klassischen Kompositionen, unter anderem von Henry Purcell, und typischer Volksmusik. Allesamt hervorragende Solisten auf ihren Instrumenten, entpuppten sie sich zudem noch als begnadete Sänger, temperamentvolle Tänzer und unterhaltsame Geschichtenerzähler. Auch wenn dabei wohl nicht jeder der Gäste jedes einzelne englische Wort verstanden hat. Man fühlte sich wohl in diesem Pub. Und so wollte nach reichlich zwei Stunden auch keiner die Musikanten so recht gehen lassen. Mit stehenden Beifallsbekundungen durften sie erst nach mehreren Zugaben gehen.

Eine Begeisterung, wie sie bei fast allen Konzerten an diesen elf Tagen in den fast immer ausverkauften Häusern zu spüren war. So auch beim Konzert in der Zschopauer Sankt Martinskirche, in der das Barockorchester "La Folia" mit Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" zu Gast war. "Die Kirche war mit mehr als 500 Gästen voll besetzt, das Konzert ein fulminanter Erfolg", freut sich auch Martin Morgenstern vom Musikfest über die durchweg große Resonanz. Und so beginnen die Organisatoren schon vom nächsten Musikfest 2018 zu träumen.

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