Dunkle Wolken über Grießbach: Lagerhalle brennt schon wieder

Erst im Herbst war in dem Gebäude auf der alten Deponie ein Feuer ausgebrochen. Auch diesmal wurden die Einwohner dazu angehalten, Fenster und Türen zu schließen. Gefahr habe aber nicht bestanden.

Grießbach.

Als die Sirenen gestern kurz vor 5.40 Uhr aufheulten, war der Rauch schon aus der Ferne zu sehen. Dichter, schwarzer Qualm drang aus der Lagerhalle auf dem Gelände der stillgelegten Grießbacher Deponie, als Feuerwehr-Einsatzleiter Jörg Aurich mit seinen Männern eintraf. In der Halle brannte der Inhalt von fünf Containern, dazu loses Material auf dem Boden. Aurich spricht von Hausmüll, Baustoffresten und Teerpappe. Auf etwa 3000 Quadratmetern Fläche hat es in der 15.000 Quadratmeter großen Halle gebrannt, schätzt der Drebacher Gemeindewehrleiter.

Mit Wasser aus einer Entnahmestelle an der Deponie sowie aus einem mehrere Hundert Meter entfernten Teich versuchten die Kameraden, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Zum Einsatz kam ein Radlader, den der Fahrer zunächst mit Atemschutzausrüstung bediente. Damit wurde das brennende Material auf einen Platz vor der Lageralle gebracht und weiter gelöscht. Auch gegen Mittag waren die Arbeiten noch voll im Gange.

Zuerst waren die vier Drebacher Ortswehren zusammen mit der Zschopauer und Gornauer Feuerwehr alarmiert worden. Später kamen Kameraden aus Großolbersdorf und Schönbrunn zur Unterstützung der Atemschutzträger hinzu. Bis zu 100 Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren zeitweise vor Ort, schätzt Aurich. Die Polizei warnte am Morgen die Einwohner, Türen und Fenster wegen der Rauchentwicklung geschlossen zu halten.

Über eine zeitweilige Schadstoffbelastung der Luft liegen keine Angaben vor. Gunnar Ullmann, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Erzgebirge, vergleicht die Belastung mit einem "normalen Dachstuhlbrand", bei dem die gleichen Verbrennungsgase entstünden. Der Betreiber der Lagerhalle selbst erklärte auf Nachfrage, dass von dem insbesondere während der Löscharbeiten entstandenen Rauch keine Gefahr für Anwohner ausgegangen sei. Der französische Konzern Suez, der in Deutschland vor allem in den Bereichen Recycling und Abfallverwertung aktiv ist, nutzt die Halle als Müll-Umschlagstätte. Die Materialien darin sind Ullmann zufolge ordnungsgemäß getrennt gelagert gewesen. Die Polizei wird das auch noch prüfen. Die Ermittlungen zur Brandursache seien aufgenommen worden, teilte am Nachmittag die Chemnitzer Direktion mit. Angaben zur Schadenshöhe liegen bislang nicht vor. Am Montag werden laut einer Unternehmenssprecherin von Suez weitere Brandermittler ihre Tätigkeit aufnehmen.

Die Lagerhalle war im September 2017 schon einmal in Brand geraten. Damals musste ein 1000 Liter fassender Dieseltank vor den Flammen geschützt werden. Zwar waren die wegen fahrlässiger Brandstiftung geführten Ermittlungen zum Jahresende noch nicht abgeschlossen. Die Polizei vermutete aber als Grund für den Brand die unsachgemäße Entsorgung von Abfall seitens der Verbraucher - etwa von Feuerzeugen. Das habe dazu geführt, dass durch das Verdichten des Abfalls das Feuer in der Lagerhalle ausbrach. Dies sei in derartigen Betrieben nicht ungewöhnlich, wobei die meisten Brände von den Mitarbeitern selbst schnell gelöscht werden könnten. (mit lkb/mb)

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