"Wir müssen unsere Wähler zurückgewinnen"

Neu-Bundestagsabgeordneter Alexander Krauß sieht sich in seinen konservativen Positionen bestätigt

Annaberg-Bucholz.

Was macht der CDU-Politiker aus Schneeberg aktuell? Andreas Luksch hat ihn am Rande einer Veranstaltung in Annaberg-Buchholz getroffen.

Freie Presse: Wie ist die Arbeit in Berlin angelaufen? Haben Sie bereits ihr Büro bezogen?

Alexander Krauß: Das dauert noch. Mein Büro habe ich zwar zugeteilt bekommen, doch noch fehlt die Computertechnik. Insofern bin ich noch nicht arbeitsfähig.

Was haben Sie schon für die Region angekurbelt?

Einiges, aber man sollte wissen, dass ich erst seit 24. Oktober, also erst einige Tage, Bundestagsabgeordneter bin. Aber bei ein paar Sachen, wie der Ortsumgehung Hohndorf, habe ich schon beim Bundesverkehrsministerium nachgehakt, mich über den Stand der Planungen informiert.

Ist schon klar, in welchen Fachausschüssen Sie mitarbeiten?

Das wird erst entschieden, nachdem die Bundesregierung steht. Ich habe mein Interesse für den Gesundheitsausschuss angemeldet. Das Thema hatte ich bereits im Landtag beackert.

Kommt die Jamaika-Koalition zustande?

Ich denke schon, es gibt wohl keine Alternative. Die Parteien sind zum Erfolg verdammt. Der aktuelle Streit gehört nun mal dazu. Für den Erfolg der Verhandlungen muss jedoch jede Partei ein Stück zurückstecken.

Im Erzgebirge sind sie als strikt konservativer Politiker bekannt. Ist das die Richtung, wie die Union wieder aus ihrem Tief herauskommt?

Auf jeden Fall tut die Union gut daran, sich zu fragen, was falsch gelaufen ist.

Und, wissen Sie es?

Für mich war das Wahlergebnis nicht überraschend, sondern absehbar. Jetzt muss man sich auf alte Werte zurückbesinnen, auf jene, als es noch gut gelaufen ist für uns. Was aber nicht heißt, dass man sich in einzelnen Punkten nicht weiterentwickelt.

Hat Ihnen da Noch-Ministerpräsident Tillich aus dem Herzen gesprochen? Er forderte, insbesondere beim Asyl, mehr auf die Leute zu hören ...

Mit seiner Analyse hat er mit Sicherheit ins Schwarze getroffen. Wir haben Wähler verloren, jetzt müssen wir sie zurückgewinnen.

Hat diesbezüglich am Wochenende der CDU-Kreisparteitag die Weichen richtig gestellt?

Ich glaube, ja. Die Fehleranalyse war richtig. Wir haben registriert, dass viele Bürger die Flüchtlingspolitik als Fehler angesehen haben. Die Lehre: Man muss die Realität so nehmen, wie sie ist und nicht, wie man sie haben möchte.

Gab es schon erste Bürgersprechstunden im Wahlkreis?

Ja, in Schwarzenberg. Ich versuche, das so schnell wie möglich auszuweiten, um auch in Aue, Annaberg-Buchholz und Marienberg Sprechstunden abhalten zu können.

Schon Bürgerbüros eingerichtet?

Da bin ich noch auf der Suche. Das in Schwarzenberg bleibt. In Annaberg-Buchholz habe ich ein weiteres Büro im Blick. Anderswo bin ich mir noch nicht sicher. Schließlich geht es lediglich um einen Termin im Monat. Da finden sich sicherlich andere Möglichkeiten.

Haben Sie mittlerweile mit Berlin Freundschaft geschlossen oder halten sie die Hauptstadt immer noch für hässlich?

Also, ich will da nichts Schlechtes mehr sagen. Nichtsdestotrotz freue ich mich jedes Mal, wenn ich wieder mit dem Zug zurück ins Erzgebirge fahre. Das ist hier einfach die Heimat. In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sitzen allein 246 Abgeordnete im Raum, das hat etwas von Turnhallen-Atmosphäre. Kein Vergleich zur beinahe familiären Situation im Landtag in Dresden.

Dann könnten Sie ja zur Weihnachtszeit etwa mit Schwibbögen für ein bisschen heimelige Atmosphäre sorgen - werden Sie?

Klar, ich habe drei schöne Bürofenster. Und da kommen natürlich Schwibbögen hin.

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