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Tödlicher Unfall: Suche nach Antworten

Zum zweiten Mal binnen weniger Tage forderte ein Zusammenstoß mit einem Fußgänger auf der B 173 in Oederan ein Todesopfer. Obwohl beide Unglücke nicht in Zusammenhang zu bringen sind, drängt der Stadtchef auf Lösungen für sichere Fußwege entlang der Bundesstraße.

Von Thomas Reibetanz
erschienen am 26.01.2018

Oederan. Die Debatte um die Verkehrssicherheit entlang der Bundesstraße 173 in Oederan hat neuen Zündstoff erhalten. Eine 88-jährige Frau ist am Mittwochnachmittag an der Kreuzung der Bundesstraße mit der Gerichtsstraße von einem Lkw überrollt worden und noch am Unglücksort verstorben. Laut Polizei wollte der Lkw-Fahrer kurz nach 16Uhr von der Gerichtsstraße aus nach links auf die Bundesstraße abbiegen. Zum Zusammenstoß mit der Seniorin sei es noch vor dem Abbiegen gekommen. Wie und warum die Frau unter den Sattelzug geraten konnte, ist bislang völlig unklar.

Keine Erklärung für den Unfall hatte gestern auch Oederans Bürgermeister Steffen Schneider. "Ich kannte die Frau, sie war oft zu Fuß im Stadtgebiet unterwegs", sagte er. "Diese Kreuzung ist recht unübersichtlich, aber sie ist auch seit vielen Jahren so, wie sie jetzt ist." Durch das erhöhte Verkehrsaufkommen in den vergangenen Jahren sei es sicherlich schwieriger geworden, dort die Straße zu überqueren. "Also gilt zuallererst: Vorsichtig sein", so der Stadtchef.

Dennoch ist auch der Bürgermeister daran interessiert, dass die Verkehrssicherheit in seiner Stadt besser wird - nicht nur an der Unfallkreuzung vom Mittwoch. "Ich habe diesen weiteren Unfall zum Anlass genommen und um ein Gespräch mit Vertretern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr gebeten", sagte Schneider. "Es geht dabei um mehrere Querungen der B173 im Stadtgebiet."

Auch der Ortsteil Memmendorf solle beim Gespräch auf der Tagesordnung stehen, bestätigte Schneider auf Nachfrage. Denn dort war es erst in der vergangenen Woche zu einem Unfall mit Todesfolge gekommen. Eine Autofahrerin hatte eine 76-Jährige angefahren, als diese die B173 zwischen Gasthof "Goldener Stern" und dem Parkplatz auf der anderen Straßenseite überquerte. Der Unfall endete tödlich für die Fußgängerin.

Dass beide Unfälle kurz nacheinander auf derselben Straße und auch noch in derselben Stadt passierten, sorgt für viel Gesprächsstoff. Nicht nur in Oederan, denn die Bundesstraße 173 gilt als wichtige Verbindung zwischen Chemnitz und Freiberg, sie wird von vielen Berufspendlern genutzt.

Auf der Suche nach Antworten auf die Sicherheitsfrage fallen dabei immer wieder die Stichworte Kreisverkehr und Umgehungsstraße. So auch in einer Umfrage, welche die Flöhaer "Freie Presse"-Redaktion gestern auf ihrer Facebook-Seite startete. Zahlreiche Nutzer äußerten dort ihre Meinung zur Verkehrslage in der Stadt, auch unabhängig vom jüngsten Unfall.

Dabei wurde deutlich: Wie auch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) schätzen viele Oederaner die Kreuzung der B 173 mit der Gerichtsstraße als Unfallschwerpunkt ein. Im Gegensatz zum Lasuv, das an dieser Stelle einen Kreisverkehr plant, halten die meisten Facebook-Nutzer aber nichts von baulichen Veränderungen oder neuen Sicherheitsvorkehrungen an der Kreuzung selbst. Sie fordern eine Umgehungsstraße.

"Unachtsamkeit, Ungeduld und Über- beziehungsweise Unterschätzung der Geschwindigkeit der einzelnen Verkehrsteilnehmer sind der Hauptgrund für Unfälle an dieser Stelle", schrieb zum Beispiel Martin Seifert. Er ist stellvertretender Gemeindewehrleiter und wohnt in unmittelbarer Nähe zur Kreuzung. "Grundsätzlich ist das größere Problem das viel zu hohe Verkehrsaufkommen. Nur eine Ortsumgehung würde da wohl langfristig etwas Ruhe in die Stadt bringen, die Verkehrswege entlasten und diese somit sicherer machen."

Gefordert und geplant wurde eine Umgehung für Oederan schon lange. Doch hatte das Verkehrsministerium sie bisher als nicht wichtig genug eingestuft. Damit wird sie aller Voraussicht nach bis 2030 nicht realisiert. Weit fortgeschritten sind hingegen die Planungen für den Kreisverkehr an der Kreuzung Gerichtsstraße/B 173, an der es in den vergangenen Monaten mehrfach krachte.

Wann genau die Bauarbeiten für den Kreisel beginnen und ob der neuerliche Unfall den Planungs- und Bauprozess beschleunigen könnte, beantwortete Isabel Siebert, Sprecherin des zuständigen Lasuv, so: "Wir werden in diesem Jahr noch den Antrag auf Planfeststellung für den Umbau der Kreuzung stellen. Zur Dauer des Verfahrens sind aber keine sicheren Aussagen möglich." Bürgermeister Schneider will im Gespräch dennoch anregen, den Prozess zu beschleunigen.

 
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