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Auf einer Wiese unterhalb des Schlosses in Sachsenburg steht ein Schaf angepflockt auf einer Wiese. Das sorgt für Diskussionen.

Foto: Franziska Pester

Einsames Schaf: Kritik am Landratsamt

Tierfreunde meldeten die aus ihrer Sicht nicht artgerechte Haltung bereits 2016 der Kreisbehörde. Dass das Tier noch immer angepflockt auf der Wiese steht, ärgert sie. Ein Schaf-Experte erhebt ebenfalls Vorwürfe.

Von Franziska Pester
erschienen am 13.09.2017

Sachsenburg. Annelies Sperber ist wütend. Im Herbst 2016 fiel der Merzdorferin das allein angepflockte Schaf auf einer Wiese unterhalb des Sachsenburger Schlosses zum ersten Mal auf. Die Tierfreundin ärgerte sich über die aus ihrer Sicht nicht artgerechte Haltung und informierte das Veterinäramt im Landratsamt. Doch heute steht das Schaf immer noch allein auf der Wiese. Die Merzdorferin wirft der Kreisbehörde deshalb Untätigkeit vor.

"Es ist genau wie voriges Jahr. Das kann nicht sein", sagt Annelies Sperber. 2016 habe sie das Tier mehrfach gesehen. "Selbst im Winter stand es angebunden im Freien und aus meiner Sicht tagelang an der selben Stelle", berichtet sie. Daraufhin habe sie Kontakt zum Veterinäramt gesucht. "Mir wurde gesagt, dass mit dem Schaf alles in Ordnung sei", sagt Sperber. Das Schaf sei daraufhin verschwunden gewesen. "Wahrscheinlich hatte der Besitzer es irgendwo eingesperrt", sagt sie.

Auf Nachfrage der "Freien Presse" bestätigt das Landratsamt, dass der Fall bereits 2016 in der Behörde bekannt war und man Kontakt zum Besitzer des Schafs aufgenommen habe. Ob damals tatsächlich gesagt wurde, dass alles in Ordnung sei, bestätigt das Landratsamt nicht. "Die Aussage der Amtstierärztin - es könnte auch eine Mitarbeiterin aus dem Verwaltungsbereich sein - konnten wir noch nicht verifizieren", so Kreissprecher André Kaiser. Nachdem der Frankenberger Tierschutzverein sich dieses Jahr an das Veterinäramt gewandt und die Haltungsbedingungen angezeigt hatte, beschäftigt das Schaf die Behörde erneut. "Der abschließende Bescheid ist noch nicht erlassen", sagt Kaiser.

Unterdessen ist der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung, Hilmar Tilgner, auf den Fall aufmerksam geworden und hat sich an die "Freie Presse" gewandt. Der Verein hat seinen Sitz in Niedersachsen. Die Situation des Schafes ist aus Sicht von Tilgner "grob tierschutzwidrig". "Wegen des starken Bewegungsbedürfnisses ist Anbindehaltung verboten", erklärt er. Zudem sei die Einzelhaltung tierschutzwidrig, denn Schafe seien Herdentiere. "Schafen muss ganzjährig ständig Wasser zur freien Verfügung stehen. Ein ausgewachsenes Schaf trinkt im Sommer 5 bis 7 Liter täglich", so der Experte. Sollte das Schaf tatsächlich, wie Passanten der "Freien Presse" berichteten, längere Zeit in der Sonne gestanden haben und der Wassereimer umgeworfen gewesen sein, ist das laut Tilgner eine strafbare Handlung. "Und eigentlich ein Fall für den Staatsanwalt." Er beruft sich dabei auf das Tierschutzgesetz, denn durch eine derartige Haltung werde dem Tier Leiden zugefügt.

Das Landratsamt kommentiert die Aussagen der Arbeitsgemeinschaft nicht. "Für uns gelten Maßnahmen aus der Nutztierhaltungsverordnung. Demnach ist Wasser nach Bedarf zu geben, ebenso muss ein natürlicher oder künstlicher Witterungsschutz bei Bedarf da sein. Die Haltungsbedingungen müssen verletzungssicher sein. Diese ist für uns bindend", so Kreissprecher Kaiser.

 
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