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Einmalig in Mittelsachsen: Der 120 Jahre alte Saal des früheren Hotels "Goldener Löwe" in Hainichen im Neorokoko-Stil soll bis zum Jahr 2020 für insgesamt 3,5 Millionen Euro saniert werden.

Foto: Falk BernhardtBild 1 / 3

"Löwe"-Sanierung wird teurer

Für die Sanierung des Saals am Markt wurden erste Aufträge vergeben. Doch schon jetzt ist absehbar: Der unsichere Baugrund führt zu Mehrkosten.

Von Falk Bernhardt
erschienen am 13.09.2017

Hainichen. Die Sanierung des Ballsaals des früheren Hotels "Goldener Löwe" am Markt könnte bis zu 200.000 Euro teurer werden. Darauf hat Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) beim offiziellen Baustart hingewiesen.

Die Ursache für die mögliche Teuerung liege im Untergrund. "Die ersten Untersuchungen haben einen unsicheren Baugrund ergeben", erklärte das Stadtoberhaupt. Das Problem liegt in der sogenannten Gründung, also dem Übergang von Bauwerk zum Boden, welche etwa 120 Jahre alt. Um Rissbildungen am Gebäude zu vermeiden, müsse tiefer und fester gegründet werden, als zunächst angenommen, erklärte Greysinger. "Allerdings sind 200.000 Euro schon die maximale Kostensteigerung. Ich denke nicht, dass es so viel wird." Der Technische Ausschuss des Stadtrats hat indessen die ersten Aufträge vergeben. Dabei handelt es sich um Abriss, Gebäudesicherung und Tiefbau für den neuen Anbau, mit dem ein ansprechender Besuchereingang geschaffen wird. Weiterhin ging es um Erd- und Entwässerungskanalarbeiten sowie die Aufzugsanlage.

Über die Vergabe der Lose für den Rohbau der Eingangshalle und die Lüftungsanlage soll der Stadtrat am 20. September entscheiden. Im Ausschuss wurde festgestellt, dass einige Arbeiten deutlich günstiger als zunächst geplant angeboten wurden. "In anderen Bereichen wird es aber teurer", gestand Greysinger ein. "Im besten Fall gleicht sich das alles aus." Zudem habe eine Baufirma aus Niederwiesa mehrere Aufträge erhalten, was laut Bürgermeister zu Einsparungen führen könnte. Wenn eine Baufirma mehrere Lose erhält, könnte es Synergieeffekte haben, insbesondere weil dann nur einmal Kosten für die Baustelleneinrichtung anfallen würden.

Dazu soll vor den Stadträten demnächst auch Klaus Burkhardt Stellung nehmen, der mit der Firma Bauprojekt GmbH Hainichen die gesamte Sanierung überwacht. Greysinger hatte Burkhardt einen symbolischen Schlüssel übergeben und sieht das Prestigeobjekt in guten Händen. "Ich kannte den Saal schon als Jugendlicher", so Burkhardt. "In meiner Zeit als Student war ich in den Jahren 1978/79 auch in das Projekt eingebunden, als das Hotel neu geplant wurde." Die Fertigstellung des Ballsaals ist nun für den 13. Januar 2020 geplant. Dann soll nach dem Wunsch des Stadtoberhaupts dort der Neujahrsempfang stattfinden.

Aus dem Förderprogramm "Brücken in die Zukunft" erhält die Stadt rund 530.000 Euro. Der Kostenanteil für die Kommune liegt so noch bei etwa einer Million Euro. Bund und Land steuern den Rest zu den Gesamtkosten von rund 3,5 Millionen für Sanierung und den Umbau bei.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 13.09.2017
    12:22 Uhr

    Interessierte: Chemnitz hat auch noch einen ^Goldenen Löwen^ auf der Oberfrohnaer Straße , welcher bald in sich zusammen fällt ...

    Das ist noch mit einer der letzten Einrichten , die noch ´stehen` , nachdem der Marmorpalast und Zweinigers und das Volkshaus Ebersdorf abgerissen wurden und der Kulturpalast und der Silbersaal und Bochmanns geschlossen wurden ...

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