Stadt soll Händler und Kunden locken

Über die Belebung und Umgestaltung der Rochlitzer Straße diskutieren die Mittweidaer schon länger. Nun wird das gesamte Zentrum in den Fokus gerückt. Auch die Meinung der Bürger ist gefragt.

Mittweida.

Die Hochschulstadt Mittweida soll attraktiver für den Einzelhandel werden. Darin sind sich die Vertreter der Stadt und die Gewerbetreibenden einig. Wie dieses Ziel jedoch erreicht werden könnte, darüber wurde bislang nur debattiert. Es fehle eine solide, aktuelle Datenbank für die Strukturierung neuer Handelsansiedlungen. "Wir arbeiten mit einem Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2003, seither hat sich aber viel verändert", unterstrich gestern Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) die Notwendigkeit des neuen Konzeptes.

Umgesetzt wird die Maßnahme nun von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA mbH), einem bundesweit agierenden Unternehmen im Bereich der kommunalen Wirtschafts- und Stadtentwicklung. Oberstes Ziel sei es, ein Konzept für Mittweida zu erstellen, das die Innenstadt für Bewohner, Kunden und Geschäftsinhaber attraktiver macht. "Wir beschäftigen uns aktuell bereits intensiv mit der Bestandsaufnahme von Geschäften und schauen, wo die Schlüsselimmobilien der Stadt liegen. Im Anschluss wollen wir die Meinung der Bürger einholen und auswerten", erklärte Eddy Donat, Niederlassungsleiter der GMA in Dresden. Diese Bewertung soll zweigeteilt durchgeführt werden: Für Gewerbetreibende und potenzielle Kunde soll es zwei unterschiedliche Fragebögen geben. "Wir werden Ende des Monats damit beginnen, gezielt Leute aus Mittweida und der Umgebung telefonisch zu befragen. Dabei wollen wir auch herausfinden, bis wohin der Einzugsbereich Mittweidas geht", so Donat. Gefragt werde in den Telefoninterviews unter anderem nach der Attraktivität Mittweidas, den Einkaufsmöglichkeiten bezüglich Angebot und Vielfalt sowie nach der Bewertung der örtlichen Gastronomie. Etwa fünf bis zehn Minuten sollen die Befragungen dauern: "Wir hoffen, dass die Mittweidaer nicht sofort auflegen, sondern mithelfen. Aber unsere Erfolgsquoten aus anderen Städten sind gut", fügte Donat hinzu. 300 Personen werde man in der Auswertung, die im Herbst erfolgen soll, berücksichtigen. 200 von ihnen sollen aus dem Stadtgebiet Mittweida und circa 100 aus dem Umland kommen.

Nach der Auswertung soll es mehrere Foren geben, bei denen die Ergebnisse und die mögliche Umsetzung der Ideen diskutiert werden. "Wir hoffen, dass das Konzept uns Gewerbetreibenden weiterhelfen kann, Chancen und Potenziale in der Innenstadt zu erkennen", sagte Joachim Löwe vom Gewerbering Mittweida. Ein großes Problem sei die Altersstruktur, vielen Geschäften drohe das Aus, weil die Betreiber altersbedingt ihren Laden aufgeben müssen. "Vielleicht kann man einige junge Leute auch animieren, ein Geschäft zu eröffnen, wenn man Nischen und Möglichkeiten erkennt und ausarbeitet", ergänzte Löwe. "Schön wäre es, wenn wir das Angebot in der Innenstadt erweitern und gleichzeitig Leerstand bekämpfen", so OB Schreiber.


20 Jahre wie im Märchen

Falko Jahn ist der Prinz zur Burg der Märchen. Die erlebt am Wochenende auf Burg Kriebstein ihre 20. Auflage. "Freie Presse" stellt bis zum Samstag täglich Leute vor, ohne die diese Veranstaltung innerhalb des Mittelsächsischen Kultursommers (Miskus) kaum denkbar wäre. Und was wäre eine Märchenhochzeit ohne Märchenprinz? Der 33-Jährige, der in Mittweida an der Hochschule als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Laserinstitut tätig ist, hat zum zweiten Mal diese Rolle übernommen. "Beim Miskus habe ich vor drei Jahren angefangen, damals kam ich über eine Freundin zur Theatergruppe", erzählt Jahn, der aus der Döbelner Region stammt. Dort hatte er auch schon im Schultheater gespielt, war später viele Jahre im Limmritzer Faschingsclub aktiv. Für den Miskus spielte er im ersten Jahr zum Altstadtfest in Mittweida einen Studenten. "Mit dieser Figur hat man schon mehr Freiheiten als ein Prinz", erklärt Jahn. "Für diese Rolle zur Burg der Märchen war ich wohl die einzig denkbare Besetzung, es wurde jedenfalls gleich so festgelegt. Als Königssohn muss man schon gesetzter und würdevoller agieren, das macht nicht ganz so viel Spaß. Ich war zwischendurch auch schon der Hofnarr, das bringt natürlich an so einem langen Tag Abwechslung." (fa)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...