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Sergio Raonic Lukovic (Mitte) bei der Probe zu "Eine Nacht in Venedig" in Kriebstein.

Foto: André Braun

Südliches Temperament auf der Seebühne

Die "Nacht in Venedig" hat am Sonntag Premiere in Kriebstein. "Freie Presse" war bei der ersten Kostüm-Probe dabei.

Von Heike Hubricht
erschienen am 12.06.2018

Kriebstein. Sonnenbrille, Strohhut, hellblaues Leinenhemd, knielange Jeans: Regisseur Sergio Raonic Lukovic ist an diesem Nachmittag in Kriebstein leger gekleidet. "Ich bin Kroate - und hier ist es heiß wie in Kroatien", sagt Lukovic zu Beginn der Probe lachend. Doch von einem Moment auf den anderen wirkt der gebürtige Spliter hochkonzentriert. Die Operette "Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauß ist Lukovics erste große Inszenierung. Am Sonntag, 18 Uhr, hat die "Nacht in Venedig" Premiere auf der Seebühne Kriebstein.

Ein Großaufgebot an Darstellern wartet auf die Anweisungen von Lukovic. 11 Solisten, 16 Chorsänger sowie 20 Statisten und Tänzer stehen auf der Bühne, ab dieser Woche kommt noch das Orchester hinzu. Mitunter wirken die Akteure noch wie ein Haufen aufgescheuchter Hühner. Gerade den Statisten, die teils erstmals auf der Bühne stehen, fällt es zunächst schwer, die Anweisungen des Regisseurs umzusetzen.

Schon der Einmarsch der Venezianerin zur Bühne auf der Talsperre ist da nicht ohne. Sergio Raonic Lukovic kräuselt kurz die Stirn und springt dann über die Zuschauerbänke zum Eingangsbereich. Oben angekommen, ruft Lukovic: "Alle Statisten hierher. Ein bisschen zügiger." Dann erklärt er seine Vorstellungen noch einmal genau. Bis der Regisseur fürs erste zufrieden ist, wird der Einmarsch noch zweimal geübt. Vielen Akteuren steht bei gefühlten 35Grad Lufttemperatur der Schweiß in der Stirn.

Witz und Charme hat Lukovic. Das ist auch seiner Inszenierung anzumerken. Ein Regie-Kniff ist der Einsatz des aufgedrehten Reiseführers Enrico (Matthias Wagner), der eine Touristengruppe durch das malerische Venedig treibt. Nebenbei lernt der Zuschauer die wichtigsten Personen im Stück kennen.

Besonders schwierig ist der Part von Sopranistin Leonora del Rio. Schon während der Einlauf-Proben schippert die Sängerin mit einer motorbetriebenen Nussschale über die Talsperre, übt das Lenken und Bremsen. Dann fährt sie durch den Brückenbogen in den Mini-Hafen ein und singt dabei in den höchsten Tönen. Sie kommt heil an, doch der Regisseur ist nicht zufrieden. Die temperamentvolle Argentinierin bemerkt wohl nicht, dass ihr Mikrofon noch an ist. Ihr Fluch: "Das scheiß Boot will nicht, wie ich will", hallt über die Talsperre. Auch das gehört zum Theater. Doch wenige Minuten später strahlt die dunkelhaarige Schöne wieder über das ganze Gesicht. Die Hafeneinfahrt ist geglückt.

Im zweiten Teil haben Ankleider und Maskenbildner in den Containern an der Seebühne voll zu tun. Denn jetzt tragen alle Darsteller tolle Kostüme. Erst gegen 23 Uhr verlassen die letzten Akteure die Bühne. Am Samstag mussten die Proben nach dem ersten Akt abgeblasen werden - wegen Unwetters.

Kartenverkauf Tickets gibt es in den "Freie Presse"-Shops.

 
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