Der Mann für die Rente

Denken Sie schon an Ihren Ruhestand? Für Witwer oder Waisen muss mitunter schnell die Existenz geklärt werden. Martin Mailach aus Ellefeld hilft Vogtländern in jedem Fall weiter.

Ellefeld/Auerbach.

Eine junge Mutter, die mit 31 Jahren stirbt und zwei Kinder von zwei verschiedenen Vätern und ein überfordertes Großelternpaar hinterlässt: An diesen Fall kann sich Martin Mailach noch sehr gut erinnern. Zwar ist er nicht für Obhut-Fragen zuständig, er kennt aber die richtigen Stellen und kann deshalb auch in solchen Punkten weiterhelfen. Worum sich der Ellefelder in diesem Fall aber von A bis Z kümmerte: um die Hinterbliebenenrenten für die Kinder. Denn dann, wenn bei Trauernden emotional alles aus dem Ruder läuft, sich kein klarer Gedanke fassen lässt, ist es Mailach, der Struktur in die bürokratische Formularflut bringt. Und das schon seit über einem Vierteljahrhundert.

1991 war es, als der heute 65-Jährige - damals hauptamtlich bei einer Krankenkasse angestellt - angefragt wurde, ob er für die gesetzlichen Rentenversicherungsträger als ehrenamtlicher Berater tätig und entsprechend ausgebildet werden will. Kürzlich ist er im Rahmen einer deutschlandweiten Sozialwahl wiederholt gewählt worden, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund mitteilt. Wie viele solcher ehrenamtlichen Berater aktuell und konkret im Vogtlandkreis tätig sind, ist laut Martin Mailach noch nicht klar, da momentan noch abgeklärt wird, wer die jüngste Wahl annimmt und wer nicht. Mailach schätzt, dass es 20 bis 30 ehrenamtliche Berater vogtlandweit gibt. Wer Namen und Kontakte sucht, der wird auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung Bund fündig. Dort ist beispielsweise auch Barbara Jungmichel aus Auerbach aufgelistet, die sich ebenfalls im Zusammenhang mit ihrer Wiederwahl bei der "Freien Presse" vorgestellt hat.

Er bearbeite Fälle im Gebiet, das von Reichenbach über Auerbach bis Klingenthal reicht, erklärt Martin Mailach. Das Spektrum: die normale Altersrente, Erwerbsminderungsrenten und die bereits erwähnten Hinterbliebenenrenten. Laut Mailach - inzwischen selbst Rentner, aber noch als Versicherungsmakler tätig - ist es für Ottonormal-Verbraucher unmöglich, sich allein durch den Wust eines Rentenantrages zu arbeiten. Und: Er mache diese Arbeit gern, auch wenn er nur eine geringe Aufwandsentschädigung bekomme.

Inzwischen ein wenig amüsiert blickt er auf die Nachwendezeit zurück: Angesichts des Wechsels von DDR- zu bundesdeutschem Rentenrecht habe Chaos geherrscht; die Schlangen der Rat- und Hilfesuchenden seien lang gewesen. Viele wüssten jedoch bis heute nicht, dass es das Angebot der ehrenamtlichen Beratung vor Ort gebe. Was aber nicht heißt, dass Mailach heute nichts zu tun hat. "600 bis 900 Beratungen registriere ich pro Jahr", sagt er. Die Zahl der daraus resultierenden Anträge liege etwas niedriger.

Der Ellefelder Martin Mailach ist als ehrenamtlicher Rentenversicherungsberater unter 0171 52 23 165 erreichbar. Weitere Kontakte sind auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung Bund über den Pfad Services, Navigationssystem und dann weiter Beratung vor Ort zu finden.

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