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Im Gartenhaus von Birgit Gorol (vorn) in der Rodewischer Sparte "Am Bahnhofsweg" wurde bereits eingebrochen. Mehrfach waren Diebe schon im Grundstück ihrer Nachbarin Angelika Urban unterwegs.

Foto: Joachim Thoß

Diebe halten Laubenpieper auf Trab

Kleingartenbesitzer im Göltzschtal registrieren mehr Einbrüche in ihren Lauben. Warum die Polizei kaum Hoffnung auf Aufklärung geben kann.

Von Lutz Hergert
erschienen am 12.10.2017

Auerbach/Rodewisch. Zuletzt waren Gärten in der Auerbacher Sparte "Am Feldschlösschen" dran. Diebe haben dort mehrere Lauben aufgebrochen. Schaden laut Polizei: 1200 Euro. Mit gemischten Gefühlen lesen Birgit Gorol und Angelika Urban solche Nachrichten. Beide haben Gärten im Rodewischer Kleingartenverein "Am Bahnhofsweg". Jeder war schon Ziel von Dieben. Ein Garten in der Anlage sei sogar 18 Mal heimgesucht worden.

"Auch bei meiner Freundin ist mehrmals eingebrochen worden", sagt die Auerbacherin Gorol. Dabei stahlen Diebe unter anderem drei Motorsensen. Anderes Diebesgut sind Lebensmittel, Elektrogeräte wie Mikrowellen und Radios. Birgit Gorol und Angelika Urban wünschen sich, dass die Polizei öfter Streife fährt, um Diebe abzuschrecken. Ihrer Meinung nach ist die Zahl der Einbrüche in der Sparte in den vergangenen Monaten gestiegen. "Im Sommer haben die Einbrüche wieder Überhand genommen", beklagt die Frau aus Auerbach.

Diesen Eindruck versucht Antje Reinhold zu wiederlegen. Sie leitet das Polizeirevier Auerbach. "Von September 2016 bis vergangenen Monat hat die zuständige Sachbearbeiterin zwischen Falkenstein und Rodewisch 40 Einbrüche in Gartenanlagen gezählt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres gab es 51 Einbrüche." Sie geht davon aus, dass die Langfinger Kleinkriminelle aus der Region sind, die mit dem Diebstahl von Lebensmitteln und dem Verkauf der Beute ihr Leben finanzieren. Das schlussfolgert sie unter anderem daraus, dass meist Gärten betroffen sind, die leicht zu Fuß zu erreichen sind. "Banden brechen eher in Gärtenanlagen außerhalb der Orte ein." Für Antje Reinhold ist "jeder Einbruch einer zuviel", vor allem, wenn Menschen mehrfach betroffen sind. Große Hoffnung, die Diebe aufzugreifen und zu bestrafen, kann sie aber nicht machen. Das liegt daran, dass Garteneinbrüche im Revierbereich nur etwa ein Prozent der Delikte ausmachen und sie zudem eine untergeordnete Kategorie im Vergleich zu schweren Verbrechen darstellen. Deshalb stehe das Auswerten von Spuren aus Laubeneinbrüchen auf der Prioritätenliste der Polizei auch weiter hinten. "Wenn wir einen Dieb in einem Kleingarten aufgreifen, ist das eher Zufall."

Um Diebe zu überführen, müssten ihnen die Taten nachgewiesen werden. Dazu müsse man das Diebesgut den Einbrüchen zuordnen, sagt Oliver Wurdak, Pressesprecher der Polizeidirektion Zwickau. Das sei schwierig. Die Situation erschwere zudem, dass oft Wochen zwischen Tat und Entdeckung liegen. "Da kann sich kein Zeuge mehr dran erinnern, selbst wenn er wirklich jemanden gesehen hat", so Wurdak. Dass die Zahl der Laubeneinbrüche im Göltzschtal so hoch ist, hat seiner Meinung nach noch einen Grund: Es gibt viele Kleingärten. Dass dem so ist, hatte bereits der Auerbacher Sebastian Grna in seiner Diplomarbeit festgestellt. Demnach gibt es beispielsweise in Falkenstein zwölf Kleingärten auf 100 Einwohner - bundesweit ein Top-Wert.

 
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Diebe halten Laubenpieper auf Trab
Tipps der Polizei für mehr Sicherheit in Kleingartenanlagen
 
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